
Nach unser vielfältigen
Verabschiedung von all unseren Verwandten und Freunden
sind wir
problemlos in Shelterbay angekommen. Hier wartete jetzt erst mal eine
Menge Arbeit auf uns.
Die neue VHF-Funkanlage
und das AIS wurden eingebaut, Antifouling wurde gestrichen und die Blätter
unseres
Windgenerators getauscht, da die fliegende Leine eines Nachbarschiffes
diese zerstört hatte.
Unsere rechte Maschine war
ziemlich lädiert, Diagnose Zylinderkopf gerissen. Wir haben deshalb einen Unfall-LKW mit
Motor gekauft und den Zylinderkopf ausgebaut. Beim Einbau wurde
festgestellt, dass jetzt auch noch ein Kolben verbrannt und der
Motorblock gerissen sein soll. Konnte man dies nicht vorher sehen ?
Es musste also nicht nur der Zylinderkopf ersetzt werden, sondern der ganze Motor.
Wir haben deshalb den alten UPPS-Motor ausgebaut und aus diesem und dem
LKW-Motor wurde ein neuer zusammengesetzt. Dieses 170kg Teil musste dann
wieder von der Pier ins Cockpit, von dort den Niedergang hinunter in
den Saloon, durch eine kleine Tür Richtung Achterschiff, um die Ecke
durch eine kleine Tür ins Bad und dann in den Maschinenraum - aber
Segeln ist ja so ein Spaß.
Der Mechaniker hat uns immer
wieder versetzt oder vertröstet, so dass ich mich entschlossen habe,
den
Motor selbst zusammen- und einzubauen. Kaum
zu glauben, aber nach einigen Tagen Arbeit läuft er jetzt wunderbar -
bisher keine Probleme.
Am 7. und 8. März haben wir den
Transit des Panama-Kanals
erleben dürfen. Es war eine wunderschöne
Passage ohne jedes Problem. Vielen Dank an unsere Linehandler von der
Kurtisane und der Albatros sowie an die Adviser.
Auf
dem Weg von Panama zur Cocos-Insel
haben wir die Las Perlas Inseln besucht und lernten Contadora-Günther, einen
Amateurfunker, der hier lebt und die deutschen Segler unterstützt,
kennen. Von dort segelten wir unter Verlust unseres neuen Genackers
nach
der Cocos-Insel, einem Paradies für Taucher.
Dort gelangen uns
ungewöhnliche
Aufnahmen eines Fischschwarmes, der sich
auf der Flucht vor den Haien auf ein Floß rettete. Es nutze den armen
Burschen leider nichts, sie wurden alle verspeist. Nach vielen
Begegnungen mit (Hammer-) Haien sind wir schweren Herzens aufgebrochen
und bei mäßigen und umlaufenden Winden am 1.4. auf den Galapagos
angekommen.
Entgegen vieler negativer Berichte wurden wir von den Behörden in St.
Cruz freundlich aufgenommen und wir durften 14 Tage bleiben. Diese
nutzen wir zu Besichtigungen
von Isla St. Cruz, Isla Bartolomé, Isla Floreana (St. Maria) und zum
Tauchen am Gordon Rock.

Unser weiterer Weg führte uns nach Isla Isabela ( Galapagos ). Dort
durften wir weitere 4 Tage bleiben, die wir zu umfangreichen
Inselerkundigungen nutzten. Die Galapagos bieten ein einmaliges
Erlebnis, dass man auf keinen Fall versäumen sollte.
Am Abend des 17.4. haben wir unsere
lange Reise von 2960 sm zu den Marquesas
angetreten. Uns wurde eine
sehr schnelle
Überfahrt mit traumhaften
Segelbedingungen beschert. Von allen Yachten, die 2008 vom Pazifik
Island Netz betreut wurden, war die UPPS war mit 19 Tagen und 5 Stunden
die schnellste. Für die "Nicht-Segler":
diese Strecke
von 5482 km entspricht von Amsterdam nach Boston ).
Wir
erreichten hochzufrieden und glücklich Fatu Hiva am 6. Mai abends. Nach
einigen Tagen des Relaxens segeln wir weiter nach Hiva Oa, um
einzuklarieren und ins Internet-Cafe zu gehen. Auf Tahuata machten wir
Stopp in Hana moe noa, nach Eric Hiscock einer der drei schönsten
Buchten in Polynesien. Unser Rating ist da etwas anders, vielleicht eine
der am meisten besuchten Buchten (?).
Als nächstes steht der Besuch von Nuka Hiva an, wir wandern durch den
Regenwald zum dritt-höchsten Wasserfall der Welt. In Ua Pou sehen wir
zum ersten Mal polynesische Tänze.
Zusammengefasst sind die
Marquesas ein Traum.
Von den Marquesas
segelten wir zu den
Tuamotus, den "gefährlichen Inseln".
Sie sind navigatorisch
aufgrund der starken Strömungen und der Riffe schwierig. In Kauehi
bezwangen wir mit 2 unter Vollgas laufenden Motoren gegen das
auslaufende Wasser unseren ersten Pass. Weiter ging es nach Fakarava. Diese Insel ist bekannt für
spektakuläre
Drift-Tauchgänge
mit starker Strömung und vielen Haien. Wir haben
sowohl den Süd- als auch den Nordpass betaucht - unbeschreiblich schön.
Wir besuchten noch Toau bbevor wir am 13. Juni Richtung Tahiti starten.
Hierher kommt Jo, um ihre
Sommerferien mit uns zu verbringen. Nach Aufnahme unseres neuen
Wassermachers aus dem Zoll, besuchten wir zu dritt die Inseln Moorea und Tahaa. Obwohl wirklich
schön, waren wir bis hierhin etwas enttäuscht. Unsere Erwartungshaltung
an die Südseeinseln war vielleicht etwas überzogen ? Am 23. Juli
sind wir in Bora Bora angekommen, der schönsten Insel der Welt ?
Nach einigen Tagen dort können wir bestätigen - es ist eine der schönsten Insel
der Welt. Hohe, grüne Berge - davor
türkis-blaues Wasser in der Lagune. Von Bora Bora segelten wir nach Huahine.
Diese Insel ist noch ursprünglich und nicht so touristisch wie Bora
Bora. Huahine wurde zu unserer Lieblingsinsel in dieser Region.
Am 19.
Juli motorten wir zurück nach Papeete, da sich Jos Besuch dem Ende
näherte. :(
Wir nahmen an mehreren Veranstaltungen zu den Feierlichkeiten zum 14.
Juli teil, ein mehrere Wochen dauerndes Fest mit Gesang, Tänzen und
Wettbewerben aller Art. Den
Bericht über die Gesellschaftsinseln ( incl. einer Musikkostprobe ) findet ihr hier.
Fliegen scheint übrigens in Tahiti ein Problem zu sein.
Schaut
selbst.
Wir ( 11.8. ) haben zu den
Cook Inseln ausklariert, um auf dem Weg dorthin noch einmal Huahine und
Bora Bora zu besuchen.
Am 22.8. verließen wir bei leichten Ost-Winden Bora Bora, um unsere
Reise nach
Aitutaki
und
Niue zu beginnen.
Wir erreichten
nach einer schnellen Überfahrt
am 25.8. abends Aitutaki. Aitutaki ist eine traumhafte und
verträumte Pazifik-Insel
( siehe Bericht
). Wir
blieben dort mehr als eine Woche.
Nachdem unsere Windfahne schon auf
den Weg nach Aitutaki gebrochen war fiel später auf dem Weg nach
Niue auch noch die hydraulische Anlage aus, so dass auf den letzten
400sm oder 4 Tage wir bei starken
Winden mit der Hand steuern mussten. 24 Stunden kann man nicht
ununterbrochen am Ruder stehen, deshalb drehten wir nachts bei, um uns
etwas Schlaf zu gönnen. So erreichten wir erst am 9.9. kurz vor
Mitternacht Niue. Ab und zu wurden wir durch ein
lautes Schnaufen erschreckt - in der Bucht gab es Buckelwale. Ich bin
natürlich sofort ins Wasser gesprungen, um zu fotografieren. :).
Den Bericht
und
die Fotos von Niue
findet ihr hier.
Am 16.9. haben wir Niue
in Richtung Tonga, Vava'u verlassen . Ein Buckelwalweibchen mit einem
frisch geborenem Baby verabschiedete
uns. Noch einmal erlebten wir diese faszinierenden Tiere hautnah und wir
konnten
wunderbare Fotos schießen.
Auf dem Weg nach Tonga
überschreiten wir die tonganische Datumsgrenze ( +13 Stunden zu GMT ) und haben plötzlich einen Tag
verloren (?).
Nach 2 Wochen im touristischen Vava'u segelten wir zur Ha'apai-Gruppe in Tonga - hier ist es ruhiger und
man erlebt noch den
ursprünglichen polynesischen Lebensstil. In Ha'apai konnten wir jeden Tag Wale
beobachten. Die
riesigen Säugetiere kamen direkt zum Schiff, teilweise sprangen sie fast
komplett aus dem Wasser. Am 24. Oktober erreichten wir
Nuku'alofa, die Hauptstadt von Tonga. Hier bereiteten wir uns auf den
Absprung nach Neuseeland vor.
Den Bericht
und
die Fotos von Tonga findet ihr hier..
Zu
unser letzten großen Etappe in 2008 von ca. 1000sm nach Neuseeland
brechen wir am 3. November auf. Im Minerva Riff wollen wir noch einen
Stopp einlegen, aber eine Sturmwarnung lässt uns schnell weiter fahren.
Es kommt jedoch völlig anders. Zum ersten Mal auf unserer Reise haben
wir viele Flauten und kommen nicht voran. Am 6. November überqueren wir
den 180. Längengrad - die echte Datumsgrenze.
Am 12. November erreichen wir todmüde Opua, im Norden von Neuseeland.
Hier endet unsere Segelsaison 2008.