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2006 Teil 3: Grenada, Bequia, Trinidad ( 6.2. bis 21.2.2006 )
Nachdem wir Lars und Silke in Martinique verabschiedet haben, legen wir
nachts ab und segeln Richtung Grenada. Der Wind ist perfekt und bringt uns
in 28 Stunden nach Grenada. Damit hatten wir gar nicht gerechnet, so dass
wir Mitten in der Nacht ankommen und die Dunkelheit eine Einfahrt in eine
der schönen Buchten nicht zu lässt. Wir ankern am Strand vor St. George
und gehen gegen 4.00 Uhr morgens dankbar ins
Bett.
Wir verholen die UPPS in die Lagune von St. George. Den
Montag verbringen wir mit Besorgungen und Behördegänge bzw. putze
ich das Schiff und backe Kuchen und Brot. Gegen 19.00 Uhr fahren wir mit
dem Taxi zum Flughafen, um dort meine Eltern abzuholen. Sie kommen mit
einem Direktflug aus Frankfurt. Mit viel Wiedersehensfreude begrüßen wir
meine Eltern und fahren zurück zum Schiff. Dort wird erst einmal
ausgepackt und alle Mitbringsel wie z. B. Post, Schinken, Gallseife u.s.w.
überreicht. Nach einem Gläschen Wein gehen wir alle ins Bett. Den
Dienstag fangen wir langsam an. Erst einmal müssen sich meine Eltern an
den extremen Wetterumschwung und die Zeitverschiebung gewöhnen. Unsere
Temperaturen betragen hier ca. 35 Grad im Schatten bei schönsten
Sonnenschein. Wir segeln nur ca. 1 Stunden in eine Nachbarbucht namens
Moliniere Point. Dort gehen wir schwimmen und gammeln rum.
Nun
aber los und die Karibik entdecken. Wir segeln zur Nachbarinsel "Carriacou"
nach Hilsborough. Auf den Weg dorthin fällt unsere Selbststeueranlage
aus! Nicht noch ein Schaden!!! Aber was soll es, das ist das Seglerleben.
Stattdessen geht Bernd ins Internetcafe und wir drei an den Strand
zum Schwimmen. Das Wasser ist traumhaft klar und warm - wie eine
Badewanne! Am nächsten Morgen kommen Fischer an unser Schiff
gefahren und bieten uns Hummer an. Drei Hummer haben wir gekauft! Mir wird
ganz komisch,
wenn ich diese lieben Tiere betrachte. Die wollen wir wirklich heute Abend
essen? Die Fotos zeigen
Euch, dass die drei Kameraden wirklich im Topf
gelandet sind. Auch ich muss gestehen, dass sie super lecker geschmeckt
haben. Nach einem Beiboot Ausflug nach Sandy Island, wo wir
schwimmen und Schnorcheln waren, dreht Bernd mal richtig unseren neuen
Außenmotor auf und gleitet mit uns über das Wasser! Selbst meinen Eltern
hatten ihren Spaß und mein Vater fragte, wann wir in Deutschland
ankommen! Bei den vielen Schlägen würde man ja fast ein Gebiss
verlieren...
Wir
verholen nach Union Island und legen uns nach Palm Island. Unterwegs sehen
wir zwei Schildkröten, mein Tag ist wie immer gerettet!. Auf dieser
kleinen Insel befindet sich ein Ferienclub, sehr schön!!! So stellt man
sich die Karibik vor! Heute war ein super schöner Sonnenuntergang mit
einem Green Flash (ein grünes Leuchten, wenn der obere Rand der Sonne im
Wasser verschwindet). Wir genießen bei diesem Anblick unseren Sundowner -
was will man mehr? Den Abend verbringt Bernd mit der Zubereitung der
Hummer, Mama unterstützt ihn kräftig! Nur 5 Seemeilen entfernt
finden wir das Paradies auf Erden! Wir erreichen die Tobago Cays - den
schönsten Teil der Karibik! Worte können nicht beschreiben, wie
traumhaft die Landschaft ist.
Die
Bilder sagen mehr...
Wir haben in den Tobago Cays zwei Tage verbracht und werden auch noch
einmal nächste Woche einen Stopp einlegen. Wir setzen unsere Reise aber
erst einmal Richtung Bequia fort. Dort treffen wir in der Admiralty Bucht
Ute und Hans Jürgen von der Taimada (www.taimada.de).
Die Bucht und der Ort Port Elizabeth sind malerisch schön, man liegt hier
in jeder Beziehung sicher, die Strände sind von erster Qualität und die
Menschen ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Der einheimische
Markt bietet eine gute Möglichkeit karibisches Obst und Gemüse zu
kaufen. Meine Eltern und ich bummeln durch den Ort und genießen am Strand
einen frischen Orangensaft.
Nachmittags gehen Bernd und ich mit Ute
tauchen, der schönste Tauchgang, den wir bis jetzt hatten. Wir sahen eine
große grüne Moräne, eine Igelfisch, Kofferfische und und und.
Nach
einem Sundowner auf der Taimada gehen wir in ein Restaurant am Strand
Hummer bzw. Fisch essen. Sehr lecker! Von Bequia aus geht es zurück zu
den Tobago Cays, es war einfach zu schön dort! Zu Freude meiner Mutter
ankert am nächsten Morgen die "Royal Clipper" neben uns, ein 5
Masten Segelschiff (eine Art Kreuzfahrtschiff), auf dem sie schon einmal
ihren Urlaub verbracht hat. Sie wollte seit diesem Urlaub Bernd immer
dieses Schiff zeigen und nun war es einfach da! Die Bucht wurde jedoch
völlig von den Passagieren und der Crew der Royal Clipper in Beschlag
genommen, so dass wir uns am Nachmittag nach Union Island verlegten.
Bisher
waren wir der Meinung und sind es auch noch heute, dass die Karibik nicht
gefährlich ist, dennoch sollte man aufpassen.
Abends hatte
ein Katamaran das Riff von Union Island nicht beachtet, war aufgelaufen und hing fest. Sofort waren die Bordboys da, um zu helfen und
um Geld zu verdienen. Ein völliges Durcheinander ! Der Skipper des Schiffes war völlig aufgeregt
und rief um Hilfe, so dass Bernd mit unserem Beiboot losfuhr. Er
koordinierte die 3-4 Bordboys, damit sie mit ihren Booten den Katamaran
vom Riff auch in die gleiche Richtung zogen. Dabei hatte sich "Don't
give up" angeblich den Propeller seines Außenmotors beschädigt!
Wütend
kam er zu unserem Schiff gefahren und verlangte von Bernd, dass er den
Schaden bezahle. Da Bernd dies ablehnte, zog er eine Holzlatte aus seinem Boot, drohte Bernd
und schlug auch in seine Richtung. Nach heftiger Diskussion warf er noch eine Glasflasche
in Richtung unseres
Schiffes, bis er endlich sich verzog. Zum Glück hat unser Nachbarboot
"Two Fast" (www.twofast.at)
den ganzen Hergang fotografiert. Wir sind zusammen zur Polizei gegangen
und noch am selben Abend wurde "Don't give up" verhaftet. Es
wurde uns erklärten, dass gerade die Bewohner, die mit den Seglern ihr Einkommen verdienen, sehr auf
Sicherheit Wert legen. "Wenn ihr nicht mehr kommt, dann
haben wir nichts zu essen." Die Seglerwelt ist klein, alles spricht sich
schnell rund um die Erde, deswegen dürfen sie wie auch wir solche Vorkommen
nicht dulden! Wir hangelten uns zurück nach Grenada und
verbrachten die letzten Tage mit Ausflügen auf dieser wunderschönen , doch von zwei
Hurrikans leider auch beschädigten Insel! Am 20.2.
feierten wir noch meinen Geburtstag. Vielen lieben Dank für all Eure
Emails, Anrufe und Geschenke, die ich erhalten habe! Ich war sehr
gerührt, dass ihr trotz dieser weiten Entfernung an mich gedacht habt!
Abends fliegen meine Eltern nach Hause!
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