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2006 Teil 4: Karneval in Trinidad ( 22.2. bis 2.3.2006 )
es
gibt ein Video.
"Trinidad, geologisch ein Teil des südamerikanischen Kontinents,
ethisch ein Schmelztiegel mit starken afrikanischen und indischen Anteilen
und dazu Schauplatz eines der größten Feste ganz Amerikas. Das und noch
viel mehr ist Trinidad, die spannende Heimat des karibischen Karnevals.
Wenn sich in Trinidad jedes Jahr im Februar zwei Millionen Menschen in
einem Rausch der Farben, Federn, peitschender Rhythmen und hochprozentigen
Alkohols verlieren, zählen weder Aussehen, Alter noch Familienstand,
weder ethnische Zugehörigkeit noch Reichtum; dann zählt nur eines: die
ungezügelte Lust am Feiern!"
Diese Beschreibung haben wir in unserem Reiseführer gelesen und das sind
die genau die Worte, die unsere Tage hier in Trinidad beschreiben. Natürlich
möchten wir als Mainzer den Karneval in Trinidad erleben und
somit sind wir direkt von Grenada weiter in den Süden gesegelt.
Donnerstag vor dem Karnevalswochenende kommen wir an und
müssen mit Schrecken feststellen, dass wir
viel zu spät sind.
Für den Karneval in Trinidad sollte man am besten 3
Wochen vorher anreisen, um noch Tickets für die einzelnen Veranstaltungen zu
bekommen. Auch gibt es in den Wochen vorher jede Menge sehenswerter
Events. Jesse James
von "Members Only" ist die gute Seele für uns Segler, um den Karneval
mitzuerleben. Er kümmert sich rührend um uns, alles ist gut organisiert
und die Sicherheit der Segler ist ihm sehr
wichtig! Wir haben an drei
Veranstaltungen teilgenommen:
- Competition of the Steel Bands am Samstagabend in Queens Park Savannah
- Dimanche Gras ( The Calypso Monarch and The Queen and King of Carnaval
Competition) am Sonntagabend
- Parade of the Bands am Dienstag
Competition
of the Steel Bands: 8 Steel Bands mit einer Größe von bis zu
75 Personen und 8 mit einer Größe von bis zu 120 Personen streiten um
den Meistertitel. Dazu spielt jede Band ein Song im Stadium, die Lieder
sind super. Leider dauert der Umbau vergleichsweise lange, so dass wir uns
zwischendurch auch vor dem Stadium umschauen. Dort stehen Bude neben Bude, dazwischen viele Menschen und die
auf ihren Auftritt wartenden Steel Bands. Immer wieder spielt eine Band
los und die Masse tanzt. TOLL! Der Abend ist zwar anders als gedacht, aber
einfach schön! Um 1.00 Uhr ist die Rückfahrt zur Marina, die Fahrt
dauert 2 Stunden, da der Verkehr der Stadt lahm gelegt ist. Überall sind Veranstaltungen,
ein Durchkommen sehr mühselig!
"Dimanche Gras" war super! Die
Kostüme der Königinnen und Könige sind fantastisch! Voller Fantasie und
farbenfreudig! Wir haben noch nie vorher solch große ( bis zu 10 Meter
hoch und 4 Meter breit ) Kostüme gesehen. Da sind die "Meenzer
Schwellköppe" nur zweite Wahl. Leider konnten wir die Texte der Calypso-Sänger nicht immer verstehen, aber sie haben sehr gut gesungen!
Vielleicht zur Erläuterung: Sie sind die Starmusiker der Insel, die
anzügliche Lieder über Liebe und Moral schreiben und in hitzigen
Wettbewerben (wir waren auf dem Finale) um den Titel des
"Monarchen" - je nach Herkunft der Komponisten in den Sparten
"Rapso" (Afrikaner) und "Chatney" (Inder) singen.
Wenige traditionelle Calysonianer wie der legendäre Mighty Sparrow
liefern musikalisch ihre Kommentare zu aktuellen politischen und
kulturellen Themen.
Nachdem wir von dieser Veranstaltung nach Hause
(Nachts um 1.00 Uhr) kamen, mussten sich die Segler sofort umziehen,
um "Mudders" mitzuerleben. Dort toben mit Schlamm (mud) beschmierten Gestalten bis in den
Morgenstunden des Rosenmontags in den Straßen herum. Damit beginnen die
wilden Straßenpartys in der Morgendämmerung des Rosenmontags bis zum
Feuertod von King Momo in der Nacht des Aschermittwoch. Port of
Spain versinkt in der dröhnenden Anarchie des Karnevals. Die größte Party der
Welt dauert 42 heiße Stunden lang! Heute waren wir auf der "Parade
of the Bands" in Port of Spain. Ich stellte mir diesen Straßenumzug
wie den Rosenmontagsumzug in Mainz vor. Aber das Konzept ist komplett
anders: Alle Bands (Karnevalsvereine) laufen durch die Stadt, es gibt 5
Stützpunkte, an denen jeweils eine Jury sitzt und die Darstellung der
Vereine beurteilt. Jede
Band hat ihre eigene Security, Versorgungswagen, mind. einen Lastwagen mit
großen Lautsprechern und einem Moderator.
Die Kostüme sind farbenfreudig und die Tanzdarbietungen sehr sexy und rhythmisch! Um
10.00 Uhr, als wir in der Stadt ankamen, war das Treiben bereits in vollen
Gange und es sollte bis spät in die Nacht anhalten. Diese Menschen haben
richtige Energie, für uns war es heute unerträglich heiß. Die Karnevalisten
hingegen lachten und tanzten und präsentierten sich und
ihre Kostüme in der prallen Sonne. Die Stimmung war hervorragend und wir
ließen uns von dem Treiben mitreißen... Hellau und viele Grüße
an die eiskalten Brüder und die kalte Fasenacht nach Mainz!
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