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2006 Teil 11: Trinidad, Testigos, Isla Margarita & Blanquilla


In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli verlassen wir endgültig Trinidad! Wir waren nach dem Orinoco Delta nochmals für 3 Tage hierher gekommen, um unser neues Großsegel sowie die neuen Persenings zu installieren. Diese drei Tage waren eine einzige Rennerei, 
da wir uns persönlich von allen Arbeitern verabschiedet haben. Wer den besten Lackierer in Trinidad für seine Holzarbeiten am Schiff beauftragen möchte, sollte An(thony) Penn Tel. 7787913 oder 3563039 kontaktieren! Viele Grüße von der UPPS und er weiß Bescheid! 

Aber wie gesagt, wir können mit guten Gewissen auch Fortress, Kent Barrow und Budget Rigging empfehlen!

Unser nächstes Ziel lautet Testigos, unsere erste venezuelanische Insel. Der Wind steht optimal und nach 13 Stunden Segeln erreichen wir unser Ziel. Ca. 15 Segelschiffe liegen bereits vor Anker, keine Spur von Einsamkeit. Wir merken, dass wir wieder auf der Barfußroute unterwegs sind. Es ist der erste Stopp vor Isla Margarita. Jeder Segler,  egal ob von Trinidad oder Grenada kommend, macht auf Testigos gerne eine Pause. 

Leider hatten wir nur einen Tag Zeit, wir wären jedoch gerne 2 Tage länger geblieben. Endlich war das Wasser wieder klarer und ein weißer Strand mit Palmen ist vorhanden - wir machen Strandspaziergänge und spielen Beachball! 

Wie schon im Orinoco waren auch auf Testigos die venezuelanischen Behörden außergewöhnlich freundlich! Im Garten spielten wir mit ca. 12 jungen Welpen, bis ein anderer Segler seinen gesamten Papierkram incl. einem Fragenbogen (ca. 30 Fragen: wie z.B. haben Sie einen Motor :) ) erledigt hatte. Fabio erzählte uns später, dass er bei seiner Wartezeit sogar einen Kaffee gebracht bekam! Da soll jemand behaupten, die Behörden in Venezuela seien schlimm! 

Nur selten ist es ein Vorteil kein Spanisch in Venezuela zu sprechen, aber bei dem Beamten auf Testigos hat es uns mind. eine Stunde Zeit erspart. Da er uns nicht auf spanisch befragen konnte und englisch ihm zu anstrengend  war, hat er schnell alle Fragen selbst beantwortet. Die Crew vor uns war ca. 1,5 Stunden im Büro! 

Am Strand lernen wir - wie schon erwähnt - Fabio und seine Freunde kennen. Das Thema Weltmeisterschaft eröffnet ein längeres Gespräch, das wir am nächsten Abend auf Fabios Segelschiff fortsetzen. Unsere mitgebrachte Digikamera vergessen wir dabei völlig, erst beim Streichen des neues Bimini-Daches in Porlamar auf Isla Margarita vermissen wir sie. 

Und da entstehen doch sehr schnell Gerüchte, wenn man sich nicht erinnert, wo man die Kamera hingelegt hat. Bernd vermutete, dass ein Dieb an Bord war, aber warum ist sonst noch alles da? Erst nach einer Stunde suchen und diskutieren, erinnern wir uns an den Abend bei Fabio! Da wir weder den Schiffsnamen noch eine Emailadresse hatten, blieb uns nichts anderes übrig, als eine Woche zu warten bis Fabio auch in Porlamar ankommt und wir endlich wieder unsere Kamera in Empfang nehmen können! 

Die so heiss empfohlenen Supermärkte auf Isla Margarita sind für uns eine Enttäuschung. Sicher sind sie im Vergleich zu den meisten karibischen Inseln ein reines Paradies, jedoch von Trinidad kommend waren sie einfach kein Hit. Da finden wir den Price Smart in Kombination mit HiLo in Trinidad viel besser zum Einkaufen und auch preislich vergleichbar.

Bei Price Smart bietet zusätzlich die Möglichkeit Spüli, Waschmittel, Seife, Zahnbürsten usw. in Großpackungen   einzukaufen! Nur der Diesel und Bier sind preislich unschlagbar in Isla Margarita, dafür ist Wasser zu bunkern schwierig. Folgen wir also Bernds Motto: Drink beer, save water!

Am Mittwoch holen wir Bernds Kinder vom Flughafen ab. Wir verleben eine schöne Zeit und haben auch schon eine leckere Eisdiele gefunden! Echt tolles Eis, fast wie in Italien!

Hier in Isla Margarita sind die Behörden ein Thema für sich, genau so, wie man uns schon lange vorher angekündigt hat! 20 Schiffe mussten fast eine Woche auf ihre Einklarierungspapiere warten, da der Hafenkapitän persönlich unterschreiben muss (er war aber nicht da!!!). 

Uff, das war ein Kampf, aber letztendlich bekommt Bernd die Papiere, nachdem er einen halben Tag vor der Tür 
des Hafenmeisters verbringt! Immer wieder neue Überraschungen.... 

Wir sind hier in die Runde der „neuen deutschen Welle“ (so wird eine Seglerclique genannt, die letztes Jahr über den Atlantik kam) und "des Kleingartenvereins" (die deutschen Segler, die schon mind. 2 Saisons hier sind) gekommen. Mit der neuen deutschen Welle haben wir kaum Kontakt, dafür umsorgt uns der Kleingartenverein und gibt uns Hinweise und Tipps, wo und wie man sich hier verhält oder hinfahren darf! 

Das ist super lieb und echt hilfreich! Sie sind alle echt nett und bei manch ein Boot versacken wir schon um 17 Uhr bei einem Sundowner!

Unser erster Segeltag führt uns nach Coche, einer kleine Nachbarinsel von Isla M. Wir machen Strandspaziergang,  spielen Beachball und besuchen in dem kleinen Ort, wo wir ein paar Lebensmittel einkaufen und schwimmen am Strand. Das Wasser ist leider sehr sandig, der Grund ist nicht zu sehen!

Nach 2 Tagen segeln wir zurück nach Porlamar. Es ist Sonntags, aber bis 15 Uhr ist ein Einkauf in CM (großer Supermarkt) und ein Abstecher in die Eisdiele zum Eisessen möglich! Wir bunkern für unseren nächsten Wochentrip nach Blanquilla, einer kleine Insel 50 sm nördlich von Isla Margarita!

Montags fahren 30 Meilen nach Juan Griego, einen Ort an der Nordküste von Isla Margarita, der eine Ankermöglichkeit für die Nacht bietet. Nicht an allen Ankerplätzen, die in den Segelführer beschrieben sind, ist man sicher. Die Segler untereinander berichten sich jedoch, wo man noch hinfahren und ankern kann.

55 Seemeilen bis Blanquilla, für die Kinder eine lange Reise, wo heute auch die Seekrankheit nicht ausbleibt. Wir sehen Delphine und eine Ledernackenschildkröte, was die Stimmung an Bord wieder hebt!

Es ist wieder Mittwoch (schon wieder eine Woche rum!!!) und wir lümmeln an einem Traumstrand (weißer Sand und glasklares Wasser!), sammeln Muscheln beim Spaziergang, ausnahmsweise regnet es. Wir gehen trotzdem Schnorcheln und sehen eine Schildkröte. 

5 Tage bleiben wir auf Blanquilla, dann müssen wir zurück nach Porlamar, da am Montag Anni ankommen wird. Dienstag unternehmen wir dann alle 5 zusammen eine Inselrundfahrt und leider wird Rike am Mittwoch wieder abreisen! Die Zeit mit den Kindern geht einfach immer wieder viel zu schnell vorbei!

 
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