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2006 Teil 12: 2006 Tortuga, Los Roques, Carenero

Willkommen im Paradies! 

Für viele Menschen ist dieser Fleck auf der Erde wie das Paradies. Weiße weite Strände, blaues warmes Meereswasser, Palmen, täglich Sonne und Temperaturen weit über 30 Grad, kurz gesagt, der Inbegriff von Urlaub! Wie gerne wünscht sich manch ein Europäer hier zu leben.

Bis vor einigen Wochen war es auch für mich ein Traum auf Erden, aber dann begann die Regenzeit... nicht das es hier täglich wie aus Eimer gießen würde, im Gegenteil, wir sehen so gut wie nie einen Regenschauer. Wenn dann einer kommt, freuen wir uns und schnappen unser Duschgel und Shampoo, um eine schöne Dusche zu genießen, ohne auf den Wasserverbrauch zu achten. 

Das unangenehme an der Regenzeit ist viel mehr die hohe Luftfeuchtigkeit. Willkommen im Schimmelland! So schnell konnten wir nicht aufpassen, da entdecken wir an verschiedenen Orten Schimmel. Ein Problem, mit dem alle Schiffe hier nun kämpfen, besonders Ledersachen sind davon betroffen. Und alles das, was mal mit Salzwasser in Berührung kommt, zieht besonders nachts wieder Feuchtigkeit. Ich pflege zu sagen, dass hier einem sogar die Matratze unter dem Hintern wegschimmelt. Aber Spaß bei Seite, auch hier ist nicht alles Gold was glänzt!

Mit den Kinder machen wir viele Späße über den Schimmel, so dass auch ich irgendwann darüber lachen kann. Die Zeit mit Anni und Jo ist wunderschön. Anni landet Montags in Porlamar und Rike fliegt erst am Mittwoch ab. Somit haben wir einen Tag alle zusammen, an dem wir eine Inselrundfahrt auf Isla Margarita unternehmen.  Unser erster Stopp ist das Meereskundemuseum, wo sie ein Skelett vom einem 22m Wal, der am Strand von Isla Margarita angeschwemmt wurde, entdecken. Mein Traum war ja immer mal einem Wal auf dem Meer zu sehen, aber das muss jetzt nicht mehr sein. Ich denke, es kann sehr unangenehm sein, wenn ein Wal größer als die UPPS neben uns her schwimmen würde. 

In dem Museum waren aber auch alle Arten an Korallen und Muscheln, sowie alle Meereslebewesen dieser Gegend zu sehen. Mal lebten sie noch, andere waren nur noch ein Model! War aber sehr interessant und uns allen hat es gut gefallen. Ein Besuch auf jeden Fall wert.

Danach fuhren wir nach Juan Gregor, der zweitgrößten Stadt auf Isla Margarita. Dort mochten die Kinder besonders die Pizza und das Eis, aber echt ein schönen Städtchen. Mittags waren wir am Touristenstrand mit hohen Wellen, an der Ostseite der Insel. Sehr spaßig! 

Mittwoch reist leider Rike ab, Donnerstag müssen wir eine Großeinkauf starten und am Freitag geht es dann endlich los!

In den drei gemeinsamen Wochen segeln wir über Tortuga, unserer Lieblingsinsel des Trips, zu den Los Roques, ans Festland von Carenero und zurück nach Porlamar. Das Wetter meint es gut mit uns, schnelles Segeln in der Nacht, bei einem Seegang, wo die Kinder schlafen können. Eine gute Lösung gegen Seekrankheit. 

In Tortuga sehen wir auch nach 4 Monaten endlich die Lauan wieder. Wie immer, genießen wir frisch gebackenen Waffeln, irgendwie zur Tradition geworden. Wir gehen am Riff schnorcheln, spielen Beachball am Strand, machen Strandspaziergänge und schauen uns das nette kleine Hotel an, das sehr schön eingerichtet ist. Viel zu schnell vergehen 3 Tage, bei optimalem Wind geht es weiter zu den Los Roques. Bernd hat seinen Spaß beim Segeln, gleich 4 französische Schiffe kann er in dieser Nacht überholen und weit hinter sich lassen. Da kommen die Erinnerungen an alte Regattensegeltage zurück!

In Los Roques hatten wir mehr erwartet als wir vorfanden. Da es ein Nationalpark ist, für dessen Besuch wir 150 US$ zahlen müssten, dachten wir entsprechend wäre die Landschaft. Aber leider haben wir im östliche Teil nicht viele Fische gesehen, mit Ausnahme von Jo! Sie geht mit Schnorchel und Brille schwimmen, ein Schrei aus dem Wasser und Jo ist mit einem Sprung wieder an Bord! Sie berichtet von einem Hai unterm Schiff! Aber das kenne wir ja schon von ihr... doch Bernd und ich sind schon leicht verwundert und amüsiert, als wir einen ca. 80 cm großem Baracuda unter der Badeplattform sehen. Jo ging an diesem Tag nicht mehr schwimmen!

Nie hätten wir gedacht, dass man bei der Auswahl von einem Grillplatz am Strand eine Liste an Dingen beachten müsste! Aber wir lernten es an dem Abend, z.B. dass wir tagsüber nicht einfach einen Platz am Strand ausgucken können. Wir hatten eigentlich den optimalen Platz gefunden, aber leider kam abends nicht nur wir an den Strand, sondern auch die Flut und eine starker Wind. Aber wir gaben nicht auf, die Kinder dekorierten mit der Picknickdecke, Muscheln und Steine eine wunderschönen romantischen Picknickplatz. An alles hatten wir gedacht, nur nicht an eine Taschenlampe, so dass bei Sonnenuntergang die Suche losging. Unser Vorspeise (Chips und Oliven) genossen wir, aber auf die zu der Hauptspeise kam es nicht mehr. Der Wind nahm so stark zu, dass Bernd den Gasgrill nicht anzünden konnte. 

Nach 4 Tagen verlassen wir Los Roques. Es war schön dort, aber wir hatten einfach mehr erwartet, nachdem was wir vorher gehört und gelesen hatten!

Der Wind ließ uns nicht direkt nach Tortuga zurück segeln, so dass wir ans Festland nach Carenero, wo die Lauan sich gerade auch aufhielt, reisten. Dort bekamen wir nicht nur billigen Diesel, sondern auch wieder Trinkwasser. Obwohl wir dieses Mal mit den Kinder sehr wenig Wasser verbraucht hatten, war ein Wassertank leer. Jo hatte den Job diesen bei der Tankstelle mit den Gartenschlauch zu füllen. Sie saß zwei Stunden in der Hitze an Deck, bis der Tank voll war. Jo meinte später, dass sie immer wieder dachte, nun kann ich wieder 1 mal kurz duschen, als 5 Liter Wasser mehr im Tank waren. 

Abends sahen wir über den Mangroven eine Vogelschau, d.h. ca. 1000 verschiedene Vögel kehren an ihren Schlafplatz zurück, wie z.B. Papageien, rote Ibisse, Pelikane. Es war ein schönes Erlebnis, dass wir gerne weiterempfehlen an andere Segler. Die Menschen dort waren sehr freundlich und nett. Also kein gefährliches Unternehmen!

Am 20. August haben wir unseren ersten Hochzeitstag. Wie schnell ist doch ein Jahr rum! Diesen feiern wir mit Sekt mitten in der Nacht auf dem Meer, da wir gerade auf den Weg zurück nach Porlamar sind. In Porlamar gehen wir abends schick essen! 

3 Wochen gehen schnell vorbei, könnten hier aber noch in vielen weiteren Worten erzählt werden. Aber auch wir haben als Familie ein Privatleben, dass wir nur bedingt teilen möchten. Falls ich etwas vergessen habe, was Jo und Anni gerne erzählen wollten, dann werde ich oder die beiden es nachreichen!

 
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