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2006 Teil 17: Kuba Teil 2: West-Kuba und Havanna

Mit den
Fischern, die uns das Abendessen an Bord gebracht hatten,
durften wir am nächsten morgen früh um 8.00 Uhr Hummer fangen gehen. Sie
hatten mich am Abend zuvor beim Schwimmen beobachtet und kamen dadurch
auf die Idee, uns mitzunehmen. Bernd hatte es schon immer interessiert,
wie man Hummer am besten und einfachsten fängt. Also dann - los geht's !!!
Wir glaubten bisher, dass die Hummer mit Körben gefangen
werden, aber damit lagen wir völlig falsch.
Mit den Körben werden die
Fische gefangen, die dann als Köder für den Hummerfang verwendet werden.
Die Fischer werfen im flachen Wasser große Holzbretter aus und legen
darunter den Fisch. Dieser lockt den Hummer an, die dann unter dem
Holzbrett verweilen, da dieses für sie wie eine Hölle - als Versteck vor den
Feinden - aussieht. Somit müssen die Fischerboote am nächsten Tag wieder
zu ihren ausgelegten
Holzbretter fahren, diese einfach hochheben und
die verdutzten Hummer einsammeln. So einfach ist es!
Zum Abschied haben uns die Fischer noch eine
Runde Hummer als
Wegverpflegung mitgegeben.
Wir
erreichen Trinidad de Cuba, eine der am besten erhaltenen Kolonialstädte
Amerikas. Die im Grünen über den Karibischen Meer gelegene Stadt zeigt
heute noch mit Stolz ganze Straßenzüge mit einem Labyrinth roter
Häuserdächer, weißgetünchter alte Herrenhäuser, dekorative Kachelwände,
Balkone, Veranden, Säulen, kunstvoll gestaltete eiserne Türgitter,
gedrechselte Fensterschirme und mit Kopfsteinen gepflasterte Straßen.
Die Stadt wurde 1988 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Trinidad de Cuba
wollen wir sehen, ein Highlight in Kuba, das man laut
Reiseführer nicht verpassen darf. Dem können Bernd und ich nach unserem
Besuch nicht mehr
zustimmen. Wie wir später feststellen sollten, finden wir die Stadt Cienfuegos
viel
schöner.
Aber das mag auch an unserer Ankunft in Casilda gelegen haben,
einem 7km südlich von Trinidad gelegenen Ort und Hafen bzw. Lagune. Dort wollten
wir ankern, um Trinidad zu besichtigen, jedoch wurden wir passend zum
Einbruch der
Dunkelheit von den Behörden aufgesucht und bekamen ohne Begründung Ankerverbot. Entweder sollen wir in die Marina
oder wieder ins Riff raus fahren, um dort zu ankern. In der Lagune, wo wir
sicher liegen, sei ankern nicht erlaubt. Komisch, unser Segelpilot weißt
gerade diese Lagune als Ankerplatz aus.
Marina ? Die
Einfahrt hat bei Niedrigwasser nur 1,50m Tiefe, und ist somit für unser
Schiff jetzt nicht passierbar. Also bleibt nur das Riff. Jeder Segler weiß, dass es kein Spaß
ist bei absoluter Dunkelheit in einem unbekannten Riff rumzuschippern
und einen Ankerplatz zu suchen. Wir waren sehr verärgert, denn wäre
der Beamte 2 Stunden früher gekommen, hätte sich das alles einfacher
lösen lassen.
Wir verbringen die Nacht an 100m Kette ( der Anker gräbt sich nicht ein
und in der schwarzen Nacht kann man keine Sandflächen erkennen ) und
verlegen am Morgen bei Hochwasser in die Marina.
Der Besuch von Trinidad
war interessant - muss aber nicht sein. Zusammengefasst empfehlen wir
nicht , diesen Hafen
bzw. die Lagune anzulaufen, sondern lieber das Schiff in der Marina von Cienfuegos zu lassen und mit dem Überlandbus nach Trinidad zu fahren.
Diese Busse sind sehr billig und haben westeuropäischen Standart.
Von Cienfuegos kam man auch gut mit diesen Bussen nach
Havanna fahren, wenn man diese fantastische Stadt besuchen möchte. Zudem
ist die Marina in Cienfuegos viel schöner, sicher und die
Mitarbeiter sehr nett. Sie liegt in der Nähe des Stadtzentrums, das wir
somit zu Fuß erkunden konnten. Noch im vorigen Jahrhundert wurde
behauptet, dass die Bucht von Cienfuegos groß genug für alle Flottenverbände der Welt
sei. Sie ist in der Tat ein riesiger Binnensee. Übrigens: Ankern
verboten :) .
Weihnachten rückt immer näher, aber bei uns kommt einfach keine
Weihnachtsstimmung auf. In Kuba hat Weihnachten keine große Bedeutung
(bedingt durch die Regierungsform). Da es in den Geschäften sowieso kaum
Ware gibt, findet man überhaupt keine Weihnachtsdekoration vor. Die
Städte sind nicht geschmückt, nur ab und an sehen wir einen
Plastiktannenbaum in den Wohnzimmer der Kubaner stehen. Und das Wetter
verbessert die Situation auch nicht, Schnee war einfach nicht zu finden,
nur weißer Strand und viel Sonne!
Am 24. Dezember liegen wir morgens noch in einer
Bucht von Cayo Largo,
einer karibischen Trauminsel mit weißen Palmenstrand und glasklaren
blauen Wasser. Neben den Tobago Cays der zweitschönste Ort in der
Karibik! Wir wollen aber heute noch weiter und segeln somit Richtung
Westen bei besten Bedingungen. Eine deutsche Chartercrew, die wir kennen
gelernt hatten, begleitet uns. Ziel ist eine Affenfarm, die wir am
frühen Nachmittag erreichen. Leider finden wir außer Moskitos nichts
vor, und verlassen die Affen bzw. Moskitofarm, schneller als wir sie
erreicht haben.
Den Abend verbringen Bernd und ich alleine auf der UPPS.
Nachdem wir unsere Familie kurz über Handy angerufen haben, kocht Bernd
uns ein leckeres Lobsteressen!

Dann dürften wir endlich die
mitgebrachten Geschenke öffnen, die uns unsere Familie in
Deutschland bei unserer Abreise im November mitgegeben hatten. Wir haben tolle Sachen bekommen -
vielen lieben Dank!
Wir setzen unsere Reise Richtung Westen fort, was sich später als
schwerer Fehler erweisen soll. Die Ankerplätze sind nicht schön und
bieten keinen guten Halt für den Anker. Die Isla de la Juventud, die
kaum von Touristen besucht wird, jedoch über hervorragende
Tauchmöglichkeiten verfügen soll (laut unserem Reiseführer) war für uns
eine trostlose Landschaft. Das bekannte Tauchhotel war menschenleer und
die Marina freute sich auf unserem Besuch, dem einzigen Schiff an diesen
Tag.
Wir wurden aufgefordert in die Marina zu fahren, jedoch war mal
wieder die Einfahrt nicht tief genug, aber das hat die Behörden nicht
interessiert. Wir bzw. die UPPS musste sich durch den Schlamm wühlen.
Bernd und ich sind einfach nur noch genervt und beschließen Kuba zu
verlassen. Laut unserem Segelführer sind wir in einem Hafen, in dem wir
ausklarieren dürfen. Aber die Wirklichkeit war leider anders, die
Beamten klärten uns auf, dass wir hier nicht ausklarieren und das Land
verlassen dürfen. Entweder wir müssen nach Cayo Largo zurück oder nach
Maria La Gorda, beides ca. 120 Seemeilen entfernt.
Nun gut, mit den
kubanischen Beamten sollte man lieber nicht diskutieren, sondern einfach
das gesagte hinnehmen. Wir beschließen gleich wieder abzulegen, um
weiterzukommen. Die UPPS war bereits durchsucht wurden, was ja in jeder
Marina erfolgte, aber hier war die Besonderheit, dass wir erst in der
Marina die Nacht verbringen wollten, aber aufgrund der Gegebenheiten ja
5 Minuten später unsere Entscheidung änderten.
Die Beamten, die
gerade unser Schiff durchsucht hatten, wurden somit von ihrem
'Vorgesetzten wieder aufgefordert, unser Schiff erneut für unsere
Abreise zu durchsuchen, obwohl sie die gesamte Zeit von 5 Minuten, die
wir in dem Hafen waren, vor unserem Schiff standen. Beim besten Willen
wäre es uns nicht gelungen irgendetwas unbemerkt an Bord zu bekommen,
aber Pflicht ist Pflicht ... Bernd muss tief Luft holen, aber einem
Gemütsmenschen, wie er immer von sich behauptet zu sein, macht das ja
nichts aus... :-)
Am folgenden Morgen reichen wir
Maria La Gorda, eines der Häfen zum Ein-
und Ausklarieren. Wir suchen mit unserem Fernglas die Küste nach einem
Anlegesteg ab, aber wir entdecken nur ein Tauchhotel und weißen Strand.
Es ist eine Ankerbucht, die man als Hafen deklariert hat. Das
haben wir nicht erwartet, aber in Kuba ist ja alles anders...
Pläne sind ja dafür da, um sie zu ändern... anstatt sofort
auszuklarieren und Kuba zu verlassen, entscheiden wir uns für eine
Kurztrip nach Havanna. Unser Schiff lag sicher vor Anker und ein
Mitarbeiter des Tauchhotels bot uns an auf die UPPS aufzupassen. Sollte
etwas nicht stimmen, würde er uns auf dem Handy anrufen. Da unser Visa
abgelaufen war, und wir trotz dem Einklarierungshafen bei Immigration
dieses nicht verlängern konnten, sondern in einen Ort namens Pinar del
Rio ca. 60 KM entfernt fahren mussten, um das Visa zu längern, bot es
sich an weiter nach Havanna zu fahren.
Aufgrund der Hochsaison war
jedoch kein Mietwagen zu bekommen, aber Tony, ein Engländer, der diese
Strecke am nächsten Tag mit seinem Mietwagen fahren würde, bot uns eine
Mitfahrgelegenheit an. Tony war ein witziger und interessanter Mensch.
Vor allem war sehr sehr freundlich. Er wartete bei Immigration auf uns,
fuhr uns ins Stadtzentrum von Havanna und gab uns seine Hoteladresse in
Havanna. Er meinte, es ist nicht das beste Hotel, aber ganz ok. Somit
gingen wir zum
Hotel Ambos Mundos, bekamen auch noch ein Zimmer (den
Preis erwähnen wir lieber nicht, aber wir stellten später fest, das
dieses Hotel doch mit den besten Hotels mithalten konnte). Während Bernd
alles an der Rezeption regelt, sehe ich die ersten Reisegruppen
hereinkommen und vor den Fotographien an der Wand erwürdig stehen
bleiben. Nach und nach wird uns klar, dass wir dem Hotel von
Ernest
Hemingway (ein großer amerikanischer Schriftsteller, der 1954 den
Nobelpreis bekam) sind und das Zimmer unter seinem Zimmer bekommen
haben.
Das Wochenende in Havanna war einfach toll. Die Stadt ist ein Traum,
meiner Meinung nach einer der schönsten Städte, die ich bisher gesehen
habe. Ich würde sie mit Rom und Paris gleichsetzen. Die Stadt allein ist
schon eine Reise nach Kuba wert. Havanna ist eine lebenslustige,
farbenfrohe Stadt, mit vielen architektonischen Schmuckstücken aus
der Kolonialzeit und anderen Epochen sowie zahlreichen anderen
Sehenswürdigkeiten.
Bernd und ich zogen von früh bis spät durch die
Stadt, um möglichst viel zu sehen. Unser Hotel befand sich in der
Altstadt, bester Ausgangspunkt für unsere Entdeckungsreise. Alleine die
Habana Vieja, so wird die Altstadt genannt, biete unzählige
Sehenswürdigkeiten: Plaza de la Catedral, La Bodeguita del Medio, wo
Hemingway regelmäßig seinen Mojitos trank, Plaza de Armas ...
Nachdem
wir die Altstadt erkunden hatten, ging es im
Centro Habana und Prado
weiter. Der Parque Central liegt an der Grenze zwischen Altstadt und
Centro Habana, zwischen dem Capitolio und der Promenade Prado. Er ist
das Herz des Stadtzentrums und ein beliebter Treffpunkt. Der Platz ist
gesäumt mit Sehenswürdigkeiten. Das Capitolio ist eine Besichtigung
wert, es ist angelegt an das Capitol in Washington D.C., aber noch
größer. Es diente bis 1959 als Regierungssitz und war Schauplatz
historischer Ereignisse. Heute hat das Ministerium für
Wissenschaft, Technologie und Umweltschutz hier seine Sitz. Die
einstigen
Regierungsräume und die Bibliothek
könne besichtig werden. Ich
möchte jetzt nicht auf jede Sehenswürdigkeit eingehen, es sind einfach
zu viele... Besser ihr besorgt euch dafür eine Reiseführer. Es gibt so
viel zusehen, dass Bernd sich jeden Abend über qualmende Socks beschwert
hat!
An Sylvester fahren wir mit dem Überlandbus zurück nach
Maria la Gorda
und feiern Neujahr am Strand mit den anderen Hotelgästen. Das Hotel hat
ein Abendprogramm zusammengestellt mit landestypischen Tänzen und Musik.
Es gibt ein umfangreiches Buffett und Cocktails. Mit Steffi und Philipp,
die wir dort zuvor kennen gelernt hatten, feiern wir bis früh um 4.00
Uhr. Um 12.00 Uhr wird ein großes Lagerfeuer angezündet,
Feuerwerkskörper gibt es hier nicht.
Es hat uns so gut in Maria la Groda und dem Tauchhotel gefallen, dass
wir uns erst am Donnerstag, dem 4. Januar 2007, auf dem Weg Richtung
Cayman Island begehen. Das Ausklarieren war problemlos. Ein Stempel und
eine Unterschrift und wir dürfen Kuba verlassen. LEIDER! Wir hatten eine
super schöne Zeit in diesem Land und haben sehr nette Menschen kennen
gelernt. Wir können Kuba als Reiseziel nur wärmstens empfehlen!
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