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2007 Teil 2: Guatemala, die Tempel der Mayas &
Mexico's Höhlen
Morgens haben wir keine Eile, das Light House Riff zu verlassen. Wir schlafen
erst aus, da die Nacht sehr unangenehm war. Es kam schlechtes Wetter auf, wir
lagen mit Davids Boot im Päckchen vor Anker. Es war nur eine Frage der
Zeit, bis dies nicht mehr gut geht, weswegen wir uns verlegen mussten. Ach, wie
ich diese nächtlichen Aktionen im Stockdunkeln vorm Riff liebe! Aber zum Glück finden wir schnell einen
neuen Platz, mit guten Ankerhalt. Durchnässt gehen wir zurück ins Bett.
Aber was soll ich im Paradies jammern, weiter geht es Richtung Guatemala. Wir
kommen schneller voran als gedacht und beschließen anstatt 30 Seemeilen 60 an
diesen Tag zu segeln. Natürlich sind wir eine Stunde zu spät, die Sonne geht
unter und wir müssen im Dunkeln einen Ankerplatz im Riff finden. Auch nach
mehrmaligen Versuchen hält der Anker nicht, so dass Bernd einfach 100
Meter Kette steckt. Das wird bei schwachem Wind halten!
Aber auch diese Nacht bringt uns
Windstärken über 32 Knoten und somit verbringe ich die Nacht im Cockpit und
halte Ankerwache! Morgens bin ich todmüde, kein Wind, nach 2 Seemeilen werfen
wir wieder Anker. Ich falle ins Bett zurück und Bernd serviert mir mein erstes Frühstück im
Bett!
Am Sonntag erreichen wir endlich Guatemala, gehen vor Anker an der Barre des Rio
Dulce vor
Livingston! Diese kann nur bei Hochwasser überquert werden. Dieses Unterfangen
wollen wir nicht im Halbdunkeln angehen, wir warten bis zum nächsten Morgen!
Wieder bringen wir eine unruhig Nacht hinter uns. Um 6.00 Uhr klingelt der
Wecker, Zeit fürs Hochwasser. Wir reihen uns in einer Kette von ca. 20
Fischerbooten ein, die morgens um 7.00 Uhr vom Fischen zurück kehren. Einfacher
ist der Weg über die Barre nicht zu finden!
Ab 8.00 Uhr funken wir die Behörden an, damit wir in Guatemala einklarieren
können, aber bis 11.00 Uhr tut sich nichts.
Endlich um 14.00 Uh sind wir einklariert, die Beamten wollten wegen Regen nicht
vorher an unser Schiff kommen. Nun wird es mal wieder Zeitknapp mit der
Dunkelheit, da der Weg nach Fronterra Flussaufwärts ca. 4 Stunden dauert. Vor
Livingston haben wir das Glück ein Manatee zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten
wir keine Ahnung, was das für ein Tier ist!
Und natürlich.
Wir sind mal wieder eine Stunde zu spät, die Dunkelheit holt uns
wieder ein! Wir bannen unseren Weg trotzdem zur Lauan, schließlich habe wir
ihnen versprochen, dass wir heute ankommen! Die Wiedersehensfreude ist nach mehr
als 4 Monaten auf
beiden Seiten groß!!!
Die nächsten 2 Tage und Abende verbringen wir mit Non-Stop zusammen, gehen ins
Internetcafe, erkunden Fronterra und planen unseren Ausflug nach Flores und Tikal. Leider bekommt Bernd in der ersten Nacht, die wir im Rio Dulce
verbringen, fürchterliche Halswirbelschmerzen, so dass er sich kaum rühren kann.
Wir befürchten schon, dass wir den gemeinsamen Ausflug absagen müssen, aber er
beißt die Zähne zusammen. Unseren Rucksack trage ich, er muss nur die Busfahrt
im Chickenbus überstehen, was für ihn sehr schmerzhaft ist.
Einen halben Tag ausruhen im Hotel in Flores und Bernd ist wieder o.k.
Somit
geht es am nächsten Morgen nach Tikal, eine der
bekanntesten Maya-Stätten. Die Mayas lebten zwischen ca. 2000 v. Chr.
und 900
n. Chr. im Gebiete der heutigen südlichen Bundesstaaten von Mexiko, Guatemala, Belize und
in den
westlichen Bereichen von Honduras und El Salvador.
Tikal war
seinerzeit eine der Hauptstädte und ist heute eines der
Highlights der noch vorhandenen
Maya-Stätten.
Mit
unserem Führer
besichtigen wir 5 Stunden die Maya-Architektur, d.h. die
Tempelpyramiden, die
von dichtem Regenwald eingerahmt sind. Er
berichtet uns allerlei Wissenswertes über die Mayas und den Regenwald.
Wir sehen
Affen und wunderschöne Vögel. Wir klettern auf die Pyramiden und
durchqueren den Regenwald. Die Sonne brennt auf die Erde, aber wir vier genießen
trotz Anstrengung den Ausflug. Echt mächtig interessant, nur empfehlenswert!
Abends sind wir todmüde!
Um
noch mehr zu erfahren gehen wir zu einen Vortrag des Maya Experten Dieter
Richter im Café Arqeológico Yaxha. Na ja - Reden ist nicht seine Stärke. Danach haben sich Heike und
Bernd den Kopf über die drei verschiedenen Maya-Kalender zerbrochen und wild diskutiert. Leider
wollte Herr Richter unsere entscheidende Frage hierzu nicht beantworten.....
Am nächsten Morgen besuchen wir die wenig bekannten
Stätten
La Blanca und Yaxha. Diese beiden Stätten sind noch vom Regenwald überwuchert
und werden sukzessive ausgegraben.
Hier
kann man sich vorstellen, wie schwierig es für die ersten Archäologe war, die
Tempel überhaupt zu finden und wie viel Arbeit es ist, Stätten wie Tikal von
Erde und Regenwald zu befreien! Wir hatten die einmalige Gelegenheit originale
Wandmalereien der Mayas zu sehen.
Unser Mittagessen bekamen wir von einer
guatemalaschen Familie in ihrem Haus serviert, so dass wir einen Einblick in das
tägliche Leben unseres Gastgeberlandes bekamen. Für mich sind solche Erlebnisse
von besonderer Bedeutung, um ein Land und seine Menschen näher kennen zulernen.
Zurück
auf dem Schiff beginnen bei Bernd erneut die Schmerzen und sind so heftig, dass
wir ihn nicht mehr aus dem Bett bekommen. Er kann sich nicht mehr bewegen, ein
Arzt vor Ort versucht uns weiterzuhelfen und schickt uns zum Röntgen ins
Krankenhaus. Für 19 Euro bekommen wir schnell eine Aufnahme, die jedoch nicht
viel her gibt.
Nach 5 Tagen rätseln und weiterhin heftigen
Schmerzen kontaktieren wir einen Arzt in Deutschland. Wir vermuten einen
Bandscheibenvorfall, was der Arzt so gut wie bestätigt, jedoch erst eine
spezielle Untersuchung würde ein eindeutiges Ergebnis erbringen.
Noch 2 weitere Tage, weiterhin keine Besserung,
wir suchen im Internet nach Heimflügen. Und dann steht der Heimflug fest!
Allerdings fliegen wir ab Cancun, so dass wir 18 Stunden in verschiedensten
Bussen ( vom Chicken-Bus in Guatemala bis zum First Class Bus ) in Mexico
verbringen.
Wir haben noch einen Tag Zeit in Cancun. Bernd
entdeckt beim Frühstück, dass man in Cancun die Süß-Wasser Grotten
"Cenote dos Ojos"
betauchen kann. Diese sollen zu den besten Plätzen auf der Welt gehören. Er ist
trotz seines Rückens nicht zu bremsen und schon am
Mittag tauchen
wir in diesen Höhlen.
Am 17.
Feb. fliegen wir mit Condor nach Frankfurt, Rückflug bleibt offen.
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