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2007 - Teil 10: San Blas mit Joanna & Volker

Sonnenuntergang in Povenir

Wir laufen im Dunkeln ins Riffgebiet vor Porvenir ein und natürlich ist kein Mond am Himmel zu sehen. Es ist stockdunkel und unser Anker will sich nicht eingraben. Also stecken wir viel Kette und hoffen, dass die Nacht ruhig bleibt.

Der Morgen ist Regen verhangen, aber wir freuen uns auf unseren Besuch. Bloß nicht zu spät am Flughafen sein, weshalb wir keinen Außenmotor montieren. Dies dauert uns zu lange, die kurze Strecke ans Land wollen wir paddeln. Auf halben Weg bekommen wir von einem Flughafenangestellten signalisiert, dass wir unser Schiff verlegen müssen, damit das Flugzeug wieder abfliegen kann. Wir liegen zu nahe an der Landebahn – so ein Mist!

Also schnell zurück und schon hören wir die Motoren! Bis wir die Upps verlegt hatten, war der Flieger schon längst gelandet und alle Fluggäste ausgestiegen. Nun aber an Land, es fängt an zu regnen. Volker und Joanna warten bestimmt schon.

Wir kommen an der Landebahn an und keine Spur von meinem Bruder. Oh Gott, die haben bestimmt das Flugzeug verpasst und nun? Aber ein Einheimischer beruhigt uns und sagt, dass ein zweites Flugzeug aus Panama City in 20 Minuten ankommt. Ach wie schön, hoffentlich sind sie darin, dann wäre ja alles in bester Ordnung.  

Und schon stehen sie auch vor uns, aber wo ist das Gepäck? Tja, das ist bei dem Flug von Frankfurt nach Paris, weiter nach Houston und dann nach Panama City verloren gegangen und soll nachgeschickt werden. Na super! Wir sind ja auch nur im Niemandsland, wo man so einfach Gepäck nachschicken kann. Aber wir bekommen ja immer alles organisiert, so auch dieses!

Am nächsten Morgen kommen 2 von 3 Taschen an, zum Glück Volkers und Joannas. Unsere Mitbringsel aus Deutschland fehlen, aber egal, damit kann die Rundreise in Kuna Yala starten! 

ChichimeEs ist nicht nur Volkers und Joannas Urlaub, nein auch wir haben uns vorgenommen, zwei Wochen Urlaub zu machen und nur das Nötigste an der UPPS zu erledigen. Unsere Regel, dass wir täglich eine gute Tat ( also eine Reparatur ) für die UPPS durchführen, wird für zwei Wochen außer Kraft gesetzt. Nun ist nur noch schnorcheln, Strandspaziergänge, Sonne, ausschlafen und Spaß angesagt! 

Joanna und Volker haben riesiges Glück im Riff von Chichime! Schon bei ihrem ersten Schnorchelgang entdecken wir einen Ammenhai! Die beiden erschrecken natürlich zuerst, als Bernd und ich ihnen zurufen, dass hier ein Hai sei. Aber nachdem Bernd betont, dass dieser ungefährlich sei, kommen sie schnell angeschwommen. Wir können den Ammenhai lange beobachten, er schwimmt sozusagen mit uns.  

StingrayNachmittags gehe ich mit Joanna schwimmen, natürlich mit Schnorchelausrüstung, wir wollen an den Strand. Da sehen wir zwei Adlerrochen, wunderschöne Tiere mit einem delfin-ähnlichen Gesicht. Unglaublich was für ein Glück wir haben, diese seltenen Tiere an ein und demselben Tag zu sehen.

Bernd ist nicht nur Kapitän, plant unsere Rundreise, nein, er ist auch der Koch an Bord. Sein Essen ist immer bei unseren Gästen sehr begehrt, da kann ich nur mit Kuchen und kleinen Mittagsgerichten mithalten.  Irgendwie muss er aber Schlafpulver in sein Essen mischen, denn kaum haben wir gespeist und sitzen gemütlich im Cockpit, schon schlafen alle ein!

Joanna & Volker an BoardDie ersten Tagen vergehen wie im Flug, wir segeln und Schnorcheln. In den Coco Banderos hört Bernd morgen in die Panama Funkrunde. Ein Amerikaner berichtet von Kunas, die fragten, ob er eine Tasche vermissen würde oder er jemanden kennt, der eine Tasche vom Delta-Flug vermisst. Also Planänderung, wir legen ab, um zurück nach Porvenir zu segeln. "Segeln" ist ja um diese Jahreszeit etwas übertrieben, denn es gibt keinen oder kaum Wind. Die meiste Zeit müssen wir motoren. Das liegt uns gar nicht, denn die rechte Maschine springt trotz Reparatur nicht mehr an! Die linke Maschine läuft konstant bis sie kurz vor Porvenir ausgeht. Nicht auch das noch! 

Sonnenuntergang in Kuna YalaAber schnell ist das Problem lokalisiert, wir haben keinen Diesel mehr. Die Tankanzeige zeigt 1/2 voll an, ist jedoch hängen geblieben! Ich steige mit Volker ins Beiboot und fahre nach Porvenir. Ich hoffe, Otti hat Diesel für uns! Bernd und Joanna bleiben bei der Upps und treiben auf dem Meer. Otti kann uns Gott sei Dank helfen und Antonio füllt uns Diesel in ein Fass. Da das Fass für unser Beiboot zu groß ist, fährt er es zur Upps.

Erst da verstehen alle, dass wir gar nicht vor Anker liegen sondern treiben und alle lachen sich tot! Schadenfreude ist doch wohl immer noch die schönste Freude!   Wir füllen Diesel in unsere Tanks, der linke Motor springt wieder an und wir können vor Porvenir ankern. Bernd mixt einen leckeren Sundowner und wir setzen uns auf Deck um den fantastischen Sonnenuntergang zu beobachten!

im Rio SidraAm nächsten Morgen werden noch ein paar Gallonen Diesel eingefüllt und dann geht die Reise wie geplant weiter. Wir wollen Lisa finden, einen Transvestit! Sie oder er (?) veranstaltet tolle Wanderungen durch den Regenwald  und so eine Dschungeltour ist eine schöne Abwechselung! 

Über Funk hatte sich die Sappho gemeldet, ein deutsches Segelschiff aus Ingelheim/Nähe Mainz. Kurzer Hand fragen wir sie, ob sie uns auf der Dschungeltour begleiten wollen. Gesagt, getan und schon ziehen wir am Freitag mit Lisas Kunaboot los! Unsere Begleiter sind sehr skeptisch, denn soll es hier nicht Krokodile geben? 

in Panama gibt es keine Schlangen :)Die Tour war fantastisch! Wir wurden am Festland abgesetzt und sind dann durch den Regenwald gelaufen. Volker fragte, ob es Schlangen gäbe, aber Lisa verneinte dies. Komisch, dass 2 Minuten später Kirsten eine gehäutete Schlangenhaut findet. Heute wissen wir, dass es über 125 Schlangearten gibt und davon 27 giftig sind!

Wir kommen bei einem Flusslauf an und dürfen uns im Wasser abkühlen. Wir machen eine Pause und gehen schwimmen. Danach fragt uns Lisa, ob wir durch den Fluss zurücklaufen möchten oder wieder denselben Weg zurück nehmen wollen. Wir entscheiden uns für den Fluss! Kirsten will gerade noch ihre Hose hochkrempeln, damit diese nicht nass wird, aber Joachim zeigt in diesem Moment auf Bernd, der vor uns ist. Er ist bis zum Hals im Wasser verschwunden! Damit lässt Kirsten die Hosen unten und springt in die Fluten! 

im Rio SidraWer einmal nach Kuna Yala ( Rio Sidra ) kommt, sollte nach Lisa fragen und ungedingt diese Tour machen! Sie kostet nur 8 Dollar und ist landschaftlich sehr schön! Lisa ist auch eine der besten Molanäherinnen in Kuna Yala. Natürlich mussten einig Molas erstanden werden. 

Wir segeln weiter und legen uns bei Salardup vor Anker. Hier soll es mal wieder schön zum Schnorcheln sein. Am nächsten Tag macht Bernd mit Joanna einen Schnuppertauchgang am Riff, denn in Kuna Yala ist das Tauchen eigentlich verboten. Die beiden haben ja nicht richtig getaucht, sondern nur mal probiert zu tauchen ;). Ich glaube, Joanna hat es sehr gut gefallen. Na, dann müssen die beiden uns in einem Jahr in Thailand besuchen, dort können sie dann richtig tauchen. 

Mola-KaufDie letzten Tage des Urlaubes brechen an, wir verlegen uns in die Nähe von Nagana, von wo Volker und Joanna wieder zurück nach Panama City fliegen werden. Das erste Ankermanöver klappte nicht, der Anker fand keinen Halt, somit zweiter Versuch.  Bernd wird hinten ungewöhnlich aktiv, signalisiert mir, dass etwas mit der linken Maschine nicht stimmt und rennt in den Maschinenraum. Eine Minute später ist er wieder oben und gibt mir Befehl, Anker zu werfen und 100 Meter Kette zu stecken. Irgendetwas ist am Getriebe nicht in Ordnung, er macht den Motor sofort aus.  

Nachdem wir einen Anker ausgebracht haben, taucht Bernd zu diesem ab und wir verkatten einen zweiten Anker. Wir haben Glück, beide Anker liegen gut eingegraben im Sand, wir liegen zwischen drei Sandbänken. Mittags versuchen wir die rechte Maschine zu starten, aber sie springt einfach nicht an. Da die Kupplung zwischen Motor und Getriebe der linken Maschine gebrochen ist, liegen wir erst mal fest. 

Schnuppertauchgang in Kuna YalaJoannas und Volkers Urlaub können wir wie geplant zu Ende verbringen, nur die Flussfahrt in Rio Diabolo müssen wir ausfallen lassen. Den Transport zum Flughafen können wir mit dem Beiboot organisieren. Aber es klappt alles und somit kommen die beiden sicher wieder in Deutschland an. 

Joachim und Kirsten von der Sappho kommen zu uns gesegelt, um ggf. helfen zu können. Joachim versucht mit Bernd  3 Stunden lang die rechte Maschine zu starten, aber vergeblich.  Da bleibt uns nur noch eine Chance, wir müssen nach Panama City fliegen und einen guten Mechaniker für Mercedes Motoren finden. Das wird sicher nicht einfach! 

 Kanal Adviser Elvir R. Mac MillanWir lassen die Upps vor Anker alleine und fliegen Freitags nach Panama City. Wir reden mit verschiedenen Seglern, die wir am Flughafen treffen, ob sie einen Mechaniker kennen. Aber so recht fällt ihnen alle keine Lösung ein. In unserer Not rufen wir Elvir, einen Canal Adviser, den wir bei der Überfahrt mit der Sabbatical kennen gelernt hatten, an.  Er hat an diesem Tag zufällig frei und Zeit und somit zieht er mit uns los, einen Mechaniker zu finden. Leider nennt sich jeder, der ein bisschen an einem Motor schrauben kann, Mechaniker, aber die wenigsten haben Ahnung. Elvir erinnert sich jedoch an eine Werkstatt mit einem deutschen Besitzer, die ausschließlich deutsche Luxusautos reparieren.

Ihm schildern wir unser Problem, aber er sagt uns sofort, dass er niemals in die Wildnis fliegen wird. Er kenne jedoch einen guten Mercedes Mechaniker, den wir fragen sollen. Dieser erklärt sich bereit, gegen entsprechende "Gefahrenzulage" mit zufliegen. Da er ausschließlich spanisch spricht, bietet uns Elvir an, dass er uns begleiten könne. Er kann als Ingenieur auch die Arbeiten überwachen. So fliegen wir alle am nächsten Morgen zurück in die Einsamkeit.  

Nachdem es auch der Mechaniker nicht schafft, den Motor mit normalen Mitteln zu starten, teilen wir die Service-Batteriebank ( 880 Ah ) in zwei gleiche Teile. Eine Hälfte bleibt für den 12 Volt Betrieb, die zweite wird auf 24 Volt umverkabelt. Die Elektrik der rechten Maschine wird isoliert und nur der Anlassermotor wird an 24 Volt angeschlossen. Dadurch dreht der Anlasser erheblich schneller. Einige Startversuche, der Diesel springt an ! Damit können wir das Riff verlassen und machen uns auf den Weg nach Colon.

Ausnahmsweise weht Wind, wir können Segel setzen und bis zur Marina segeln. Am 8. Oktober, Bernds Geburtstag, kommen wir sehr erleichtert in der Marina an! Wir liegen nun sicher an der Pier und eine Großreparatur beginnt! 

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