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2008 Teil 1: Wartungsarbeiten in Shelterbay ( Februar 2007 )

Wir sind wieder in der Shelterbay Marina. Am 23. Januar 2008 sind wir nach unserem 10-wöchigen Deutschland-Aufenthalt von Frankfurt über San Jose zurück nach Panama geflogen.

Shelterbay Marina bei ColonDie Zeit in Deutschland war super schön! Die Wochen sind gerannt, wir waren mal wieder länger als geplant, da! Der Abschied war wie immer schwer...  aber nun sind wir froh, wieder hier zu sein. Es geht uns gut und wir hoffen, dass wir bald in den Pazifik fahren können. Wir möchten Euch allen aber noch mal ausdrücklich „vielen Dank“ für die wunderschöne Zeit sagen, die wir mit euch verbringen dürften, und wir sind sehr glücklich, dass es Euch gibt!  

Die erste Woche war wieder mit einer großen Umstellung verbunden, es sind halt doch zwei Welten! Am Anfang mussten wir gar nicht, was wir hier machen sollen oder besser gesagt, wo wir mit uns hin sollen... Aber nun haben wir uns wieder eingelebt, an die heißen Temperaturen gewöhnt, und die Zeitumstellung geschafft. Auch die UPPS ist nach einem dreitägigen Putz wieder sauber und schimmelfrei!

Die UPPSan LandDie UPPS stand bei unserer Ankunft an Land, da sie während unserer Abwesenheit von der Marina aus dem Wasser geliftet wurde. Somit mussten wir uns an die Arbeit machen, um das Antifouling zu erneuern, damit wir schnell wieder ins Wasser geliftet werden können. Das ist sehr viel Arbeit vor allem das abkratzen der Muscheln. PUH!

In der ersten Woche  war  jedoch in der Marina die Hölle los, da hier die World ARC, eine Rallye mit 40 Schiffen, die in 15 Monate um die Welt segelt, angekommen war. Somit konnten wir erst mit der UPPS nach eineinhalb Wochen zurück ins Wasser. Dies war wieder Stress, da ja nur ein Motor lief und die Marina uns in eine kleine Lücke an der Pier gelegt hat! Es waren wohl große Lücken frei, aber die Kommunikation zwischen Management und Arbeitern klappt hier nicht. Ich war so sauer! Aber Bernd hat die UPPS sauber angelegt. 

UPPS kommt ins WasserSoweit so gut, aber nun steht noch die größte Herausforderung bevor, denn es muss noch der Motor repariert werden, mal schauen, wie das klappen wird. Wie gerne hätten wir eine zuverlässige deutsche Werkstatt hier, aber stattdessen haben wir chaotische panamesische Verhältnisse!

Wir fuhren somit nach Panama City, um mit dem deutschen Besitzer einer dortigen Werkstatt und unserem Mechaniker Pedro die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Zudem haben wir einen alten LKW gekauft, um dort den Motor auszubauen, um die Teile, die bei uns kaputt sind, bei uns im Maschinenraum einzubauen! Pedro hatte den LKW aufgetrieben und fand dies die einfachste Möglichkeit an Ersatzteile für unseren „alten“ Motor zu bekommen.   

Aber das schönste war natürlich das Wiedersehen mit Elvir! Wir verbrachten den gesamten Tag mit ihm und hatten eine schöne Zeit.

Motoren - aus zwei mach einsWie vereinbart tauchte dann auch am Samstag Pedro bei unserem Schiff auf, nur mit einer Stunde Verspätung, für hiesige Verhältnisse erstaunlich pünktlich ist! Nach zwei Stunden Arbeit teilt er uns jedoch mit, dass er den Motor nicht mehr reparieren kann, sondern empfiehlt, den gesamten LKW Motor einzubauen! Das war eine Schocknachricht! Einen Motor aus dem Schiff zu nehmen, ist das größte Projekt, das man angehen kann und das unangenehmste. Darüber mussten wir erstmal nachdenken und eine zweite Meinung eines anderen Mechanikers einholen. Auch dieser bestätigte Pedros Aussage und somit begann die Suche nach der Luke, die für die Herausnahme der Maschine im jedem Schiff vorgesehen ist. Bei uns haben aber die Schreiner unser gesamtes Wohnzimmer darauf gebaut, sodass wir ein Loch in den Boden einschneiden müssten.

Aber zum Glück gibt es in der Marina Victor, der gute Erfahrungen mit der Herausnahme von Motoren hat, der dann sagte, dass er mit 4 Männern unseren Motor durch das Schiff heraustragen wird. Somit haben wir 2 Tage das Schiff mit Pappe und dicken Plastikmaterial verpackt, Bernd hat selbst den alten Motor demontiert, was eine Schweine-Arbeit ist, und nach 4 Tagen war unser alter Motor aus unserem Schiff. Das ging schneller und besser als gedacht!

Perdo und Brummbär, die MachanikerDas Wochenende darauf kam auch wieder Pedro mit der Pünktlichkeit eines typischen Panamesen, aber wir wollen ja nicht meckern, denn er war zumindest da. Er brachte auch den neuen Motor mit. Bernd und er verbrachten den gesamten Samstag mit einem Probezusammenbau des Motors in der Werkstatt der Marina, denn sie waren sich nicht sicher, ob alle marinisierten Teile an den LKW Motor passen. Abends war dann unser neuer Motor zusammengebaut und zum Testen fertig. Leider konnten wir aber den Dieselzulauf nicht aus dem Schiff ausbauen, da ansonsten unsere UPPS voller Diesel gelaufen wäre. Also war kein Test möglich und wir müssen das Risiko eingehen, denn Motor nach dem Einbau in die UPPS zu testen. Leider konnte Pedro nicht wie vereinbart am Sonntag kommen, so dass wir den nächsten Dienstag vereinbarten. Aber auch da erschien Pedro nicht.  

Bernd beschloss daraufhin selbst die Vollendung des Zusammenbaus in die Hand zu nehmen. Die Jungs der Marina hatten den Motor, nachdem wir ihn mehrmals gestrichen hatten, zurück in den Maschinenraum getragen. 5 Männer waren dazu nötig, da der Motor dieses Mal mit Zylinderkopf reingetragen wurde. Victor und seine Männer haben einen super Job gemacht, sie haben es echt geschafft den Motor ohne eine Schramme in unserem Schiff zu machen, in den Maschinenraum zu tragen. Das war eine Meisterleistung! Vielen Dank!

unser "neuer" Motor kommt an BordBernd hat dann den Motor alleine im Maschinenraum eingebaut, da unser Mechaniker nie zu den vereinbarten Terminen erschienen ist. Rick, ein amerikanischer Segler und Mechaniker stand ihm mit Rat und Tat zur Seite, falls Bernd Fragen hatte. Somit kam Bernd gut voran und legte eine bemerkenswerte Arbeit hin. Wir wollten ja auf keinen Fall aufgrund von verlorener Zeit die Kanaldurchfahrt verpassen. Am letzten Sonntag haben wir dann endlich eine Testfahrt vorgenommen und zum Glück hat alles gut geklappt, so dass wir uns nun auf die Panamakanaldurchfahrt vorbereiten.

Zwischen der Vermessung und der Durchfahrt liegt eine gute Woche. Wir nutzen die Zeit für einen Ausflug nach Panama-City, um Ersatzteile zu kaufen und unseren Freund Elvir zu treffen. Mit ihm verbringen wir einen wunderschönen Nachmittag in Gamboa. Auf dem Weg dorthin treffen wir wieder einmal ein Faultier.

Wir werden am Freitag den 7. März 2008 das karibische Meer verlassen und durch die Gatunschleuse in den Gatunsee geschleust. Bernd hat auf unserer Homepage einen Link zu der Webcam des Panamakanals gesetzt, so dass ihr uns bei den Schleusen zeitnah begleiten könnt. Aufgrund der 6-stündigen Zeitverschiebung werdet Ihr aber leider nachts um ca. 2 Uhr sehen können, wenn wir die ersten Schleusen passieren. Leider ist dies recht spät in der Nacht.

Wir werden die Nacht im Gatunsee ankern und am Samstag die 4-stündige  Passage durch den Gatunsee  fahren. Ca. zwischen 12 und 15 Uhr (Eure Zeit um 18 - 21 Uhr) werden wir die Pazifikseite erreichen, wo eine zweite Webcam an den Mirafloresschleuse angebracht ist. Wenn Ihr Lust habt, könnt ihr uns dann live in den Pazifik begleiten. Wir würden uns sehr freuen!

ProviantNun rennen hier die Stunden in der letzten Marina, die wir für die nächsten Wochen ggf. Monaten finden werden. Wir haben alle Hände voll zu tun, da wir hier schon alles für den Pazifik bunkern (ein Einkauf für n. halbe Jahr), Wäsche waschen, Schiff putzen (was, wann wir das n. Mal Wasser haben werde), ausklarieren, letzte Reparaturen, letzten Emails und Anrufe.

Also seid nicht böse, wenn ihr in den nächsten Wochen und Monaten wenig von uns hört, aber der Pazifik ist groß und lange Überfahrten stehen uns bevor. Mal schauen, wo und wann wir wieder einen guten Internetanschluss finden werden. Wir versuchen uns immer wieder zu melden.

Der Freitag ist der nächste Meilenstein auf unserer Reise, ein besonderer Moment für uns! Die Reise geht weiter...

 

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