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2008 Teil 5: Galapagos
Am 31. März 2008 um 5.14 Uhr morgens überqueren wir den
Äquator 00° 00,00 N/S und 89° 49,3 W. Für Bernd ist es seine 3.
Äquatorüberquerung, für mich ist es die erste. Die Sonne geht gerade am Horizont
auf, das Meer ist ganz glatt und ruhig und wir beiden genießen den Moment und
stoßen mit Sekt an. Nun sind wir das erste Mal gemeinsam mit der UPPS auf der
Südhalbkugel. Echt ein tolles Gefühl! Wir haben es geschafft und sind richtig
stolz auf uns!
Normalerweise sollte ich die Äquatortaufe bekommen, d.h. es
erscheint Neptun, begrüßt mich auf der südlichen Halbkugel; früher wurde man ins
Wasser geworfen oder ähnlicher Schabernack. Dies fiel bei mir aus, ich war zu müde,
denn ich hatte von Mitternacht bis zum Morgen Wache gehalten. Deshalb bin ich kurz
darauf auch im Bett verschwunden. Als ich nach 4 Stunden wieder erwachte, sah
ich rechts von uns Santa Cruz, eine der Galapagos Inseln, liegen. Nun sind wir
an dem Ort angekommen, von dessen Existenz ich schon in meiner frühen Schulzeit im
Biologieunterricht erfahren habe. Damals habe ich nicht im Traum daran gedacht,
dass ich eines Tages dorthin reisen werde, und schon gar nicht mit dem eigenen
Segelschiff!
Die Faustregel eines modernen Reisenden lautet: Schütze die
gefährdete Natur, bleibe auf den Wegen und störe nicht. Nirgendwo ist diese
angebrachter als auf den 58 faszinierenden Inseln und Sandbänken des
Galapagos-Archipels, der bis zur Ankunft von Charles Darwin vor ca. 150 Jahren
weitgehend unbekannt war. Die Lage und die Umweltbedingungen machen die Inseln
einzigartig.
Die Galapagos Inseln liegen etwa 965 Kilometer vor der
Küste Ecuadors, also weit entfernt vom Festland. Die Inseln erhoben sich ca. vor
fünf Millionen Jahren aus dem Ozean. Gedrehte, schwarze Lava, eine Spur ihrer
gewaltsamen Geburt, findet man sowohl oberhalb und unterhalb der
Wasseroberfläche überall. Der Archipel erstreckt sich über 116.505
Quadratkilometer des Ozeans. Es besteht aus 13 Hauptinseln und 48 kleinen
Inseln.
Die Galapagos Inseln besitzen strenge Regeln, um die
Natur zu beschützen, soweit man dies bei dem Ansturm an Touristen regeln kann.
Es sind nur bestimmte Plätze und Routen für die Öffentlichkeit freigegeben und
nur diese dürfen von autorisierten Booten angefahren werden.

Wir werfen um 14.30 Uhr
im Port Ayora, dem Haupthafen der
Galapagos, unseren Anker. Neben uns liegt die Julie Marie, die 3 Tage zuvor
angekommen ist. Ich muss ehrlich gestehen, ich hatte mir die Galapagos Insel
total anders vorgestellt, nicht so touristisch, aber wie gesagt, wir sind ja im
Haupthafen.
Frisch geduscht und ordentlich angezogen machen wir uns auf
den Weg zum Hafenmeister. Wie jedes Jahr wurden auch dieses Jahr wieder wilde
Gerüchte bzgl. der Behörden gestreut, niemand wusste recht, ob man einen Agenten
benötigt, oder für wie viele Tage Aufenthalt gewährt wird. Alles was man über
das Funknetz erfuhr, war einfach sehr verwirrend und widersprüchlich.
Die Beamten auf Galapagos sind in einer schicken weißen
Uniform gekleidet und haben schwarze polierte Lackschuhe an, also sie sehen echt
edel aus. Deshalb haben wir uns besonders ordentlich gekleidet, vielleicht hilft
dies. J Der Hafenkapitän war sehr
höflich und hat uns ohne Probleme einklariert. Wir benötigten keinen Agenten,
haben keine Schmiergelder bezahlt und mussten exakt die Gebühren, die unter
www.galapagostour.org veröffentlicht sind, entrichten.
Der Hafenmeister von Santa Cruz
geniesst bei den Seglern keinen
guten Ruf, trotzdem hatten wir uns für diesen Hafen entschieden, da er das
Zentrum der Galapagos ist. Hier auf Santa Cruz können wir nur von besten
Erfahrungen sprechen, wir haben wie an vielen anderen Orte der Welt ohne
jegliche Probleme einklariert. Wir wurden sehr höflich behandelt und haben eine
90-tägige Aufenthaltsgenehmigung von der Immigration erhalten.
Der Upps wurden 14 Tage gewährt, so wie es das Gesetz vorsieht
( die Dauer liegt im Ermessen der Behörden, max. 20 Tage ). Das Schiff darf sich
allerdings nur in einem Hafen aufhalten (wie das Gesetz es vorsieht) und wir
müssen Ausflüge buchen, um andere Inseln zu besuchen. Alternativ kann man mit
Hilfe eines Agenten eine Genehmigung, das
sogenannte „Autographo“ beantragen, um alle 5 Häfen der Galapagos anlaufen zu
dürfen, dies muss jedoch mehrere Wochen vor der Ankunft erfolgen.
Die Arbeit des Agenten soll 50 Dollar kosten,
die Genehmigung sei kostenlos. Eine dritte Option ist ein Cruising Permit durch
das man mit dem eigenen Schiff in Begleitung eines Beamten durch die
Inselwelt kreuzen darf. Das Permit ist sehr teuer und wird meistens nur von
Luxusjachten beantragt.

Nachdem wir alle Behördengänge erledigt hatten und im
Internetcafe waren, verschaffen wir uns einen Überblick über die Angebote der
Tagesausflüge. Im Haupthafen gibt es das größte Angebot an Touren. Man
hat die Option zwischen Tagesausflügen oder einer Wochentour.
Man sieht sicher mehr von den Galapagos, wenn man sich auf
ein Ausflugschiff für einen Wochentörn begibt, aber wir wollen die UPPS nicht
alleine vor Anker im Hafen liegen lassen. Wir würden gerne verschiedene Inseln besuchen und einmal tauchen
gehen. Schließlich haben wir uns für die folgenden 3 Ausflüge, die wir von Santa
Cruz aus unternahmen, entschieden:
Alle Ausflüge waren sehr gut organisiert und beinhalteten
einen Landgang und Schnorchelgänge (inklusiv Tauchanzug, Maske und Schnorchel)
sowie ein Mittagessen, Getränke und Snacks.
Zusätzlich kann man auf eigene Faust die Insel erkunden, so
dass wir die folgenden Ausflüge mit Freunden unternahmen:
- Charles Darwin Research Station
- Inselrundfahrt mit Taxi
- Las Grietas
Unser erster Ausflug zu der Insel
Bartolomé war
fantastisch. Die
Vulkan-Landschaft war traumhaft schön mit glasklarem Wasser,
eine Bucht, die oft auf den Plakaten von Reisebüros zu finden ist.
Morgens
um 5.00 Uhr ging es im Hafen von Santa Cruz mit dem Bus los. Wir fuhren zur
Nordspitze der Insel, von dort ging es mit einem Schiff zu der Insel Bartolomé.
Die Schifffahrt dauerte 3 Stunden, auf dem Weg haben wir ungewöhnliche viele
Schilfkröten, Seelöwen und Rochen gesehen. Wie auf jedem Ausflug ist auch hier
einen Reiseführer dabei, der uns viel über die Natur, die Tiere und die
Geschichte der Inseln beschreibt.
Beim Schnorchel hatten Bernd und ich das einmalige Erlebnis
mit einer
Seelöwenmutter und ihren Kind schwimmen zu dürfen. Während ich
zwischen zwei Felsen durchschwamm, kamen sie mir entgegen. Sie blieben in meiner
Nähe, so dass ich Bernd rufen konnte.
Die Mutter schwamm um uns herum, tauchte
ab, um uns herum und das Baby war immer in der Nähe. Vor unseren Augen wurde
dieses von der Mutter gesäugt. Einmal kam ich aus
Versehen der Mutter zu
nahe, was sie mit einem Knurren missmutig zu Kenntnis nahm und schnell weg
schwamm. Insgesamt hatten wir bestimmt 15 unvergessliche Minuten zusammen mit Mutter und Baby
verbracht.
In der selben Bucht sahen wir zum ersten Mal einen Pinguin
in freier Natur. Diese Art ist die am nördlichsten lebende aller Pinguine. Sie
sind sehr klein und durch den El Nino 1998 ist ihre Koloniegröße dramatisch
geschrumpft. Rundum war es ein toller Ausflug, den wir abends um 18.00 Uhr im
Hafen von Santa Cruz beenden.
Zwei Tage später geht es zusammen mit der Crew der
Kurtisane (Kurt, Doris) und der Crew der Sappho (Kirsten, Joachim)
zu der Isla Floreana (Santa Maria). Dieses Mal starten wir um 7.00 Uhr im Hafen
Port Ayora in Richtung Süden der Galapagos Inseln. Unser erster Stopp war ein
vor gelagerter Felsen, der übersät von Meeresvögel ist ( z.B. Fregattvögel in
der Balz, Albatrosse, Blaufussboobies, Maskenboobies und Rotfussboobies bzw.
Tölpel ).
Dann geht es weiter zu zwei Schnorchelgängen. Das Wasser
ist dem Ruf der Galapagos Inseln folgend entsprechend kalt. Ein Tauchanzug wäre
mehr als schön, aber da wir ja die einzigartigen Tiere erleben wollen, beißen
wir alle die Zähne zusammen und ab geht es ins Wasser. Wir schwimmen mit vielen
Seelöwen zusammen, sehen Weißspitzhai, Adlerrochen, Schildkröten und viele
andere Fische.
Nach dem Mittagessen ging es weiter zu dem kleinem Ort
Puerto Velasco Ibarra der
Insel Santa Maria. Dort kann man heute noch Nachkommen der deutschen Familie Wittmer
finden. Santa Maria wurde als erste der Galapagos Inseln besiedelt und ist aufgrund
ihrer tragischen Geschichte ihrer Bewohner berühmt. Um 1930 kamen hier drei Gruppen deutscher Auswanderer
an. So eine Baronin mit drei
Liebhabern, Dr. Friedrich Ritler, der sich sicherheitshalber alle Zähne entfernen
ließ und die Familie Wittmer.
Es gab
enorme Spannungen zwischen
diesen drei Gruppen und nach und nach starben die meisten mysteriös. Nur
Margaret Wittmer überlebte, sie starb 2000 mit 95 Jahren an einem natürlichen
Tod.
Wir besuchen den Ort, an dem sich
die Wittmers zuerst nieder gelassen
haben. Sie lebten
in Höhlen unter sehr einfachsten Verhältnissen.
Trinkwasser gab es in der Nähe, zum Überleben unabdingbar. Auf dem Weg
zu den Höhlen sehen wir das erste Mal große Landschildkröten in freier Natur.
Der dritte Ausflug war ein Tauchausflug zu den Gordon
Rocks. Die Gordon Rocks sind eigentlich zwei gigantische Gesteinbrocken, die
steil aus dem Ozean herausragen. Die Gezeiten strömen durch die Lücke zwischen den
Felsen, bringen nährstoff- und sauerstoffhaltiges Wasser mit sich und ziehen
dadurch große und kleine Meeresbewohner an. Gorden Rock ist ein Tauchgang für
Fortgeschrittene, da es hier große Strömung geben kann und man vielen
Meeresbewohnern mit scharfen Zähnen begegnen kann.
Wir
hatten bei unseren zwei Tauchgänge an den Gordon Rocks kaum
Strömung, die Sicht war beim ersten Tauchgang gut beim zweiten ok. Wir sahen
jedoch unbeschreiblich viele Tiere, wie
Bogenstirn-Hammerhaie, Galapagos Hai,
Mantas, Kuhkopfrochen oder
Golden Ray,
Schildkröten und viele mehr. In unserem
Tauchbuch stand, dass ein Grund für die Reise zu den Galapagos Insel ist das
Gefühl, nie zu wissen, wem oder was man beim nächsten Tauchgang begegnet! Wegen
der Artenvielfalt und vielen großen Tieren in diesen Gewässern ist es schon fast
eine Selbstverständlichkeit, dass man auf Schildkröten, Gruppen von Rochen,
Seelöwen und Haien trifft. Dem können wir nur zustimmen.
Von den 333 Seegrasarten der Inseln sind 35 Prozent
endemisch. Es gibt alleine 24 Seeigel-, 28 Seesstern-, 600 Weichtier- und 100
verschiedene Krebsarten. Über die Riffe hinweg schwimmen mehr als 300
Fischarten, die tausende Robben und Seelöwen Nahrung bieten. Schätzungsweise
leben 80.000 von ihnen in den großen Kolonien rund um die Inseln.
Man vermutet, dass 30 Haiarten und 13 verschiedene
Rochenarten hier leben. Brydewale, Buckelwale und Pottwale gehören zu den
Walarten, die hier häufig gesichtet werden und ebenso oft finden sich hier
Flaschennasendelphine und Gemeine Delphine.
Zwischen den großen Tagesausflügen unternehmen wir örtliche
Ausflüge, der erste ist die Charles Darwin Station auf Santa Cruz. Dort sehen wir
zum ersten Mal die großen
Landschildkröten der verschiedenen Inseln und treffen
den berühmten Lonely George, der der letzte seiner Art von der Insel Pinta ist und einfach keine Nachkommen zeugen kann oder will. Da ist man
sich nicht einig, aber Fakt ist, es geht nichts!
Die Inselrundfahrt per Taxis dauerte einen halben Tag und
war schon alleine wegen der Autoaufteilung wunderschön. Die Männer haben
beschlossen, dass sie sich ein Taxi nehmen und wir Frauen sollen das andere Taxi
nehmen, dann hätten sie endlich mal Ruhe.
Wir besuchten die Los Gemelos, zwei große Vulkankrater,
El Chato, eine Schildkröten Reservat, wo Landschildkröten in freier Natur
leben und die
Tuneles de Lava, unterirdische Lavatunnels, in denen man
hunderte Meter unterirdisch laufen kann.
Bernd und ich laufen am letzten Tag noch zu den Las
Grietas, dies ist eine interessante Schlucht aus Lavagestein, in der sich
Süßwasser, gefiltert
aus dem Hochland, mit Seewasser vermischt. Der Weg dorthin war sehr steinig,
aber sehr interessant aufgrund der einzigartigen Vegetation und den Salzminen.
Nach einem 13-tägigen Aufenthalt auf Santa Cruz segeln wir
zusammen mit der Kurtisane und der Sappho zur Insel Isabela. Man sagt,
sie sei die schönste Insel der Galapagos. Eigentlich dürfen wir hier keinen Stopp mehr machen, aber
wir versuchen es und die Behörden drücken ein Auge zu und
gestatten uns 3 Tage Aufenthalt.
Isabela ist die größte der Galapagos Inseln, die bis heute
Vulkanaktivität aufweist. Der letzte Vulkanausbruch war im Oktober 2005. Wir
sind zu dem
Vulkan Sierra Negra zu Pferd geritten, ein irrer Spaß, wir haben
selten so viel gelacht. Da wir
alle unerfahrene Reiter waren, sahen wir
entsprechend ulkig aus.
Ein weiterer Ausflug führte uns per Boot zu den
Laguna
Salinas, eine Landschaft, die durch erkaltende Lava im Meer entstanden ist
und viele Brücken und Wasserwege gebildet hat. Es leben hier viele Schildkröten,
wir sahen
Pinguine und
Seelöwen.
Isabela ist wirklich einen Besuch wert. Alleine der
Ankerplatz ist wunderschön, morgens schwammen neben unserem Schiff zwei Pinguine
und Seelöwen. Die Pinguine kamen zum Anfassen nahe und Jaquline wurde sogar in
den Hinter gezwickt! Das Örtchen ist klein und gemütlich und der Tourismus halt
sich hier sehr in Grenzen. Wir waren echt glücklich, dass wir hier 4 Tage
verbringen dürften.
Nach 17-tätgigen Aufenthalt auf den Galapagos Inseln nehmen
wir am 17. April unseren Anker um 17.30 Uhr auf und beginnen unsere Reise
Richtung Marquesas. Wir passieren die letzte Landmarke, den
Union
Rock bei Cabo Rosa. Es liegen 2940 Seemeilen vor uns, in anderen Worten 5500
Kilometer.
Noch ein Hinweis für Segler: In St. Cruz kann man
letztmals Obst, Gemüse und
Diesel ( ca. $2 pro Gallone ) proviantieren und
preiswert Essen gehen ( Mittagsmenü für $ 2,50 ).
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April 2008 )
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Tauchen an der Cocos-Insel
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