Nach der Renovierung der Upps in Neuseeland sind wir nach einer stürmischen Überfahrt wohlbehalten in der Copra Shed Marina in Fiji angekommen. Dort warteten schon Rike und ihr Freund Stefan auf uns. Sie sollten uns die nächsten drei Wochen begleiten.
Ursprünglich wollten wir von Savusavu Richtung Osten segeln, um das Rainbow-Riff zu erkunden, aber das Wetter war einfach zu schlecht. Da es in Fiji im Südostteil der Inseln wesentlich mehr regnet als im Nordenwesten, haben wir uns entschlossen zu der alten Hauptstadt Levuka zu segeln und auf diesem Weg an einigen Inseln zu stoppen. Zuvor hatten wir mit dem Bus noch Labasa im Norden von Vanua Levu besucht, eine Kleinstadt mit sehr indischem Flair.
Levuka - eine verschlafene Kleinstadt in alt englischem Stil - beherbergt sehr freundliche Menschen. Es ist erstaunlich wie offen die Menschen in Fiji sind. Bula, Bula ( Hallo ) schallt es aus allen Ecken. Diese Offenheit ist uns aus Deutschland absolut unbekannt.
Hier lernt Tanja eine neue Freundin names Mazie kennen. Das 12-jährige Mädchen begegnet ihr bei einem Stadtrundgang auf der Straße, spricht sie an und begleitet Tanja für die nächsten zwei Stunden. Sie zeigt Tanja ihre Schule und Klassenraum, ihre Kirche, wo sie mit der Familie jeden Sonntag zum Gottesdienst geht, alle weitere Schulen in der Stadt (es waren erstaunlich viele), die alten Gebäude wie das Rathaus, Krankenhaus, erzählt ihr von ihrer Familie und ihr Leben in Fiji.
Es waren zwei tolle und unvergessliche Stunden für Tanja und am Ende lerne auch ich Mazie kennen und wir genießen zusammen noch ein Eis, bevor sie sich wieder auf ihren Heimweg macht. Schade, dass wir versäumt haben, ihre Adresse zu notieren, gerne wären wir mit ihr im Kontakt geblieben.
Von Levuka aus geht es weiter durch die unendlichen Riffe von Fiji ( Gott sei Dank sind unseren elektronischen Karten ziemlich genau ) nach Leleuvia. Diese kleine Insel beherbergt ein kleines Backpacker Ressort, wo wir zwei Tage verbringen. Weiter geht es in der Rifflandschaft nach Toberua. Die Durchfahrt durch Riffs erscheint mir schwierig, aber machbar.
Stefan und ich nutzen die Zeit vor Anker vor dem Ressort ( eines der besten der Welt ), um die Halterung des Generators zu erneuern, Tanja und Rike besuchen die Insel. Der Manager bietet uns an, am nächsten Morgen den Weg durchs Riff zu zeigen. Wir nehmen dieses Angebot gerne an.
Wie richtig dies war, zeigt sich am nächsten Morgen. Die Riffdurchfahrt ist ohne lokale Kenntnisse schwierig; ich bin im nachhinein sehr froh, dass wir durch diese Riffpassage dem Boot des Ressorts folgen konnten.
Zum Wahnsinn treibt einem der Papierkrieg in Fiji. Man muss in einem der vier Ports of Entry einklarieren ( ist völlig normal ), aber dann darf man national eigentlich nur zwischen diesen vier Häfen segeln.
Möchte man auf dem Weg zwischen den Häfen andere Plätze besuchen, braucht man eine Genehmigung, die man nur in dem für die Region zuständigen Port of Entry ( meist also am Ziel ) erhält. Das ganze System ist absurd, insbesondere da zwischen den Häfen viele Riffe liegen, so dass man nur bei gutem Licht segeln kann.
Angekommen füllt man bei Ankunft und Abreise aus jedem Hafen den gleichen Formularsatz immer wieder aus - wir kennen die vier Seiten schon fast auswendig. Aber die Beamten sind super freundlich - man schreibt und lacht - eben Bula, Bula ;-).
Auf unserem ersten Teilstück von Savusavu nach Levuka haben wir uns noch eine Sondergenehmigung vom Provinzbüro besorgt; danach haben wir gelernt mit den Zollbeamten die Route zu besprechen. Wir haben immer eine Clearence bekommen, auch wenn dies streng gesehen gegen die Regeln des Landes ist - Bula, Bula.
Da das Wetter durchwachsen war, haben wir die Hauptstadt Suva besucht und von dort aus Ausflüge unternommen. Nach der Abreise von Rike und Stefan sind wir in den Süden von Fiji ( Ono ) gesegelt, um unser erstes fijianisches Dorf zu besuchen. Zunächst war es so stürmisch, dass wir an Bord bleiben mussten ( Rekord 68kn ).
Jeder Strand, jede kleine Insel, jeder Quadratmeter Land gehört zu einem Dorf. Deshalb muss eigentlich gleich, wenn der Anker gefallen ist, beim Chief des Dorfes das "Sevusevu", der Antrittsbesuch gemacht werden. Üblicherweise überreicht man ein Bündel Kawapflanzen und bittet um Erlaubnis, ankern und das Dorf betreten zu dürfen.
Bei Städten und Ressorts ist dies nicht erforderlich, aber hier in Ono. Am 3. Tag kommt dann unerwartet der Chief zu unserem Schiff und bringt uns 7 Papayas und fragt, ob alles ok sei. Er und das gesamte Dorf haben sich aufgrund des Wetters Sorgen gemacht.
So saß dann der Chief bei uns an Bord und wir nicht in seiner Hütte. Und wo er schon da war, gab ich ihm das Sevusevu und er nutze die Chance und bat uns um einige Gefallen: in Ono durfte ich dann diesmal nicht am Schiff, sondern die Wasserleitung und den Fernseher des Häuptlings reparieren.
Leider konnten wir das auch Astrolab Reef nicht betauchen, da das Wetter zu schlecht war.
Wieder zurück in Levuka kamen Joanna und Volker ( Tanjas Bruder ) an Bord. Nach dem Verladen unseres Ruders des Windpiloten ( die beiden hatten dies aus Deutschland mitgebracht ) und zwei Tauchgängen mit der örtlichen Tauchschule, besuchten wir die ehemalige Lebrainsel Makongai.
Hier wurden alle Lebrakranken des gesamten Pazifiks hingebracht. Sie lebten dort in einer großes Gemeinschaft in einer Stadt und hatten ein Freilichttheater, Gefängnis, Straßen, Autos, also ein moderner netter Ort. Dies alles wurde mit der Hilfe der Franzosen und Engländer aufgebaut und war bis 1969 in Takt.
Nun leben dort nur noch wenige Familien, die sich auf die Züchtung von Großmuscheln spezialisiert haben. Alles ist heruntergekommen und teilweise auch von der Natur überwachsen. Leider bekommen sie nur unregelmäßig finanzielle Unterstützung der Regierung, so dass zur Zeit das Geld fehlt. Somit versuchen sie auf eigene Faust etwas Geld zu verdienen.
Sie veranstalten für ein Tauchboot, das jede Woche mit Gästen vorbei kommt, eine Abendveranstaltung. Aufgrund unserer Nachfrage veranstalten die netten Dorfbewohner auch für uns ein Abendessen im Erdofen mit anschließendem Tanz. Ein unvergessliches und auch mit eines der schönsten Erlebnisse hier in Fiji.
Das Dorf hat nicht viel, lebt von dem was es landwirtschaftlich anbaut, und teilt es mit uns. Wir lachten und tanzten zusammen und bekamen die Möglichkeit das traditionelle Getränk namens "Kawa" zu probieren. Dieses wird aus der Kawawurzel in einer Holzschüssel hergestellt und in einer Zeremonie verteilt. Man sitzt rund um die Schüssel und bekommt aus einer Kokosnuss-Schale das Getränk gereicht. Man klatscht einmal in die Hände, trinkt in einem Zug aus und klatscht dann anerkennend noch dreimal.
Die Flüssigkeit erinnert in Farbe und Konsistenz an mehrmals verwendetes Spülwasser, schmeckt so, wie es aussieht und macht die Zunge taub. Nach eins bis zwei Kokosnuss-Schalen hatten wir alle genug und überließen des Rest der Dorfgemeinschaft, die war sichtlich darüber erfreut!
Nach zwei Tagen verlassen wir diese ursprüngliche Insel, um zu den Yasawas zu segeln. Die Yasawas sind touristischer, dafür ist das Wetter endlich besser als im südlichen östlichen Fiji. Wir verbringen eine Woche mit Schnorcheln, Baden, Dorfbesuchen und am Strand.
In der Blue Lagoon, Drehort eines Hollywood-Films mit Brook Shields, machen wir einen Inselrundgang und gehen abends bei Sammy und seiner Frau, Tochter eines bekannten Chiefs, essen. Da das dortige Ressort keine Segler mag, bietet Sammy ein Barbecue oder ein Erdofenessen für Segler an. Am Strand serviert er ein köstliches Abendessen in toller Atmosphäre. Sehr zum Weiterempfehlen!
Am 13. Juli laufen wir in der Vuda Point Marina auf der Hauptinsel von Fiji ein, da Jo-Svenda ihre Sommerferien mit uns verbringen wird. Zum Reisen und Segeln hat sie keine große Lust, deshalb verbringen wir ihre Ferien in Musket Cove. Dies ist ein Paradies für Urlauber und Segler, man kann alle Einrichtungen des Ressorts ( wie Pool, Wassersport ) mitbenutzen. So genießen wir wunderbare 3 Wochen.
Jos Ferien gehen zu Ende, wir fahren via Mana - eine Lagune so türkisblau wie Bora Bora - zurück ans Festland. Jo muss nach Hause und wir möchten noch den Kompressor der Kühlbox zur Arbeit bewegen. Den Kompressor hatten wir in Neuseeland neu installiert - leider lief er nur wenige Tage.
In Vuda Point Marina gibt Baobab Industries Ltd. www.baobabmarine.com vor, fast alles zu reparieren. Wir beauftragten diese Leute mit der Reparatur des Wirbels der Genua-Profurl und unseres Kühlschrankes. Wir warnen aufgrund der dafür gestellten und absolut überzogenen Rechnung und des Verhaltens sowohl von Brian ( Manager ) als auch der Managerin der Marina ausdrücklich mit diesen Leuten in Verbindung zu treten. Wie wir später erfahren haben, waren wir kein Einzelfall. Es sollte auch erwähnt werden, dass keine Reparatur länger als zwei Wochen gehalten hat.
In Fiji gibt es folgende Marinas:
Copra Shed Marina in Savusavu/Vanua Levu (allerdings nur Moorings),E-Mail: coprashed@connect.com.fj
Royal Suva Yacht Club in der Hauptstadt Suva/Viti Levu (für unsere Schiffsgroße war kein Platz an der Pier und nur bei Hochwasser kann man die Einfahrt passieren), E-Mail: rsyc@connect.com.fj
Vuda Point Marina in Vuda Point zwischen Lautoka und Nadi (hier kann das Schiff aus dem Wasser geholt werden und für die Hurrikanzeit eingegraben werden, Nadi International Flughafen ist eine halbe Stunde entfernt und mit Air Korea kann man für ca. 1100 € über Seoul nach Frankfurt fliegen), www.vudamarina.com.fj
Musket Cove Marina auf Malolo Lailai/eine Insel ca. 45 Min mit Fähre zum Festland, schönste Marina, die wir je besucht haben. Das Ressort betreibt die Marina und erlaubt den Seglern alle Einrichtungen (Tauchschule, Swimmingpools, Windsurfbretter, Hobbycats, Bar mit Grillvorrichtungen, Supermarkt, Duschen u Toiletten, Strand, Golfplatz u.s.w.) des Ressorts mit zu benutzen. Hier befindet man sich in einem Hotelurlaub mit seinem eigenem Schiff, Arbeiten am Schiff vorzunehmen ist nicht möglich, es gibt eine Pier und Moorings), www.musketcovefiji.com
Denarau Marina bei Nadi/Viti Levu (können keine Angaben machen, da wir nie in dieser Marina waren)
Folgende Tauchplätze haben wir in Fiji betaucht:
Wakaya Pass mit der örtlichen Tauchschule Ovalau Watersports in Levuka/Ovalau, die Besitzerin Andrea ist eine Deutsche, www.owlfiji.com
Supermarket, Coral Garden, Tavarua Wall und Sunset Wall mit der Tauchschule vom Musket Cove Ressort :www.subsurfacefiji.com
Am Donnerstag, den 13. August 2009 laufen wir mittags um 13.00 Uhr aus Mana Island aus und passieren das Außenriff von Fiji um 14.30 Uhr. Bula, Bula oder Bye Bye Fiji!













