2 Tage sind eigentlich nicht lang genug, um sich auf die Gegenwart vorzubereiten!
Aber wir sollten uns darum nicht lange Gedanken machen können, denn kurz vor der Riffeinfahrt von Neukaledonien, geht unser Motor aus. Wir müssen feststellen, dass unsere Dieselanzeigen kaputt sind und wir weniger Diesel haben als gedacht. Oh wie ich das Liebe…
Riffeinfahrt mit starker Gegenströmung und fast keinen Diesel mehr im Tank… nun heißt es Daumen drücken, dass es so viel ist, dass wir irgendwie sicher in den Hafen gelangen… aber wie stellen sich alle zuhause gebliebenen unseren Segelalltag vor? Mit Cocktail auf dem Sonnendeck? Von dem Gefühl bin ich gerade weit entfernt!
Aber wir haben Glück und erreichen wohlbehalten mit den letzten Tropfen Diesel die Pier und werden freundlich von altbekannten Seglerfreunden begrüßt. Viele bekannte Gesichter tauchen auf und schon ist der Stress der letzten Stunden vergessen!
Neukaledonien stand am Anfang der Saison nicht unbedingt auf unseren Plan, da wir wussten, dort ist wieder alles überteuert wie in den anderen französischen Gebieten, aber da wir noch nicht die Saison beenden und auch noch mehr erleben wollten, haben wir weitere 6 Wochen für Neukaledonien eingeplant und es war die Reise voll und ganz wert!
300 Seemeilen oder 2 Tage und Nächte segeln und die Länder können nicht unterschiedlicher sein. Das eine Land hat kein Strom oder fließendes Wasser, lebt von Landwirtschaft und in einfachen Verhältnisse… das andere begrüßt uns mit einem Lichtermeer, modernen Gebäuden, Autolärm und einem modernen Hafen, das man meint man sei an der Cote d'Azure!
Nach 4 Monaten Entbehrung von all den europäischen Leckereien kommt uns Neukaledonien wie ein Märchenland vor.
Es gibt plötzlich einen großen Supermarkt mit all den Leckereien, die uns von zuhause so vertraut sind. Man kann abends ins Restaurant ausgehen und man hat ein schnelle Internetverbindung… aber halt da muss erstmal wieder der Verstand mitkommen… wie kommt es, dass die beiden Länder so eng nebeneinander liegen und so unterschiedlich sein können?
Wir genießen die europäischne Verhältnisse, treffen viele Segelbekanntschaften wieder und genießen für ein paar Tage Noumea, die Hauptstadt Neukaledoniens. Dort muss man einklarieren, so dass unser eigentliches Ziel, die Ile de Pins, genau in Luv liegt.
Von Noumea aus kämpfen wir uns gegen den Passat zur Ile de Pain. Wir brauchen hierzu zwei Anläufe - beim ersten Mal geben wir nach 2 Tagen auf, da wir gegen Wind und Strömung fast nur auf der Stelle segeln.
Dennoch hat sich letztendlich die Quälerei gelohnt - Ile de Pain ist für uns eine der schönsten Inseln, die wir je gesehen haben.
Die Natur bietet uns am Ende unserer Pazifiksaison ihre volle Schönheit und es fällt uns schwer, diese Saison dem Ende zugehen zu sehen.
Vanuatu war sicher das Highlight des Pazifiks mit seiner Ursprünglichkeit und dem Einblick in ein Leben, das uns in eine uns unbekannte Vergangenheit brachte.
Was wir dort erlebt haben, das kann nicht mehr übertroffen werden. Aber hinsichtlich der Schönheit der Natur von Vanuatu müssen wir uns korrigieren; es geht noch schöner: in Neukaledonien.













