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SY-Upps: Chesterfield Riff

Nach dem französischem Flair von Neukaledonien mit der wunderschönen Ile de Pin wollen wir auf dem Weg nach Australien noch einen Stopp im Chesterfield Riff einlegen.

 

Unsere Erwartung auf unberührte Natur sollte nicht enttäuscht werden.

 

Zur Ansteuerung hatten wir Koordinaten von Winfried von der Anna Maria bekommen, die Anfahrt ist mit diesen Informationen problemlos. Man muss lediglich auf die grossen Korallenköpfe in der Lagune achten, die jedoch auf der Karte ziemlich genau eingetragen sind.

 

Im Riff liegen noch die deutschen Schiffe Antje und Josi - wir ankern zunächst 2sm entfernt - totale Ruhe.

 

Am nächsten Morgen erkunden wir die erste Insel und sind überrascht. Überall brütende Vögel - meist Tölpel. Ale Vögel sind total zutraulisch, haben keinerlei Angst. Man kann sich ihnen auf ganz kurze Distanz nähern; die Vögel sind ohne Scheu.

 

Wir bevorzugen jeweils die Westseite der Inseln, dort ist man in Luv der Vogel-Kolonien und die Geruchsbelästigung ist dort wesentlich geringer als in Lee.

 

Zusammen mit der Crew der Josi gehen wir am östl. Riffpass tauchen, es war für uns etwas enttäuschen; aber ich glaube, wir sind einfach verwöhnt.

 

Später entdecken wir o.g. großen Korallenköpfe in der Lagune als viel schönere Tauchplätze. Die Korallen sind gesund, durch die geringe Teife sind die Farben phantastisch und die Tierwelt ist artenreich. So beobachten wir Weißspitzenhaie, Schildkröten und einen gewöhnlichen Plattschwanz.

 

Wir empfinden ihn allerdings nicht als gewöhnlich. Tanja taucht gerade vor mir in einen Canjon, als ich diese hochgiftige Schlange entdecke. Ganz ruhig - ich weiß, ihr Maul ist sehr klein; kann normalerweise nicht beißen, aber weiß die Schlange dies auch ?

 

Die Schlange schwimmt zwischen Tanjas Beinen - Tanja kann sie nicht sehen. Wie kann ich Tanja warnen ? Wenn Tanja erschrickt, wie reagiert die Schlange ?

 

Ich versuche ganz ruhig Tanjas Aufmerksamkeit auf mich zu lenken und Gott sei Dank bricht sie aufgrund meiner Zeichen das Eintauchen in den Canjon ab.

 

Die Schlange bleibt im Canjon. Wir umtauchen den Korallenblock und starten einen neuen Versuch, in den Canjon zu tauchen. Wieder taucht die Schlange auf, versperrt den Eingang. Langsam glaube ich, dass die Schlange den Canjon als ihr Revier ansieht, das sie verteidigt.

 

Nach einigen Tagen in der unberührten Natur verlassen wir Chesterfield und beginnen unsere letzte Strecke nach Bundaberg in Australien. Neptun meint es gut mit uns, wir segeln bei herrlichem Wetter, raumen Wind und schiebender Strömung bis zu 11 Knoten.

 

Damit uns der Abschied vom Pazifik noch schwerer fällt, begleitet uns eine Herde Grindwale - kann Segeln schöner sein ?

 

Ein Tag früher als geplant erreichen wir am 25.11. Bundaberg in Australien, mit einem missglückten Anlegemanöver machen wir fest und werden von den Behörden sehr freundlich und völlig problemlos abgefertigt. Wir bringen die Upps auf Hochglanz und liften sie an Land, wo sie erst einmal sicher steht.

 

Am 8.12. startete unser Flugzeug via Singapur und Dubai nach Deutschland, wo wir am 10.12. landeten. Nach fast einem Jahr freuen wir uns riesig auf zu Hause und die Weihnachtszeit.