Versuche das google-Java-Script zu laden ......

SY-Upps: 2011-01 Motorenwechsel in Bundaberg

Eigentlich sollte ich ( Bernd ) in 2011 für einen Kunden in Berlin ein großes IT-Projekt managen. Der Kunde musste aber internen Gründen alle Projekte canceln; so auch meines.

 

Ich hatte mich deshalb entschlossen nach Australien zu fliegen und nach dem Schiff zu schauen. Äußerlich war alles bestens - trotz der massiven Regenfälle in Queensland.

 

Ich wollte eigentlich mit dem Schiff und ein paar Freunden in die Whitsundays segeln und dort tauchen und Spass haben, bis unsere Freunde dann Richtung Indonesien weitersegeln. Ich wollte dann zurück nach Bundaberg. Aber es kam anders.

 

Zunächst gingen die Tests der Batterien und des linken Motors in die Hose. Da die Batterien sehr schwach waren, besorgte ich eine neue Starterbatterie, der Anlasser klickte, aber die linke Maschine tat keinen Mucks.

 

Die Kurbelwelle lies sich nicht drehen, also demontieren. Ventil war keines verklemmt, aber ich habe Rost in einem Zylinderauslass gefunden. Meine und die Diagnose des herbeigeholten Spezialisten: der Motor muss zerlegt werden. Reparatur im Motorenraum kaum möglich.

 

Nach kurzem Überlegen habe ich mich entschlossen, beide Maschinen zu wechseln und den Maschinenraum neu zu gestalten. Dieser war eh immer ein Ärgernis und durch die alten Motoren nie "normal" - also öl und wasserfrei.

 

Wenn schon, denn schon: also völlig neue Installation von Generator und Motoren.

 

Leider sind die neuen Motoren 7cm breiter als die alten und passen nicht durch die Feuerschutztür. Somit musste der Fußboden des Sallons aufgeschnitten werden, um durch eine Luke einen Weg zum Maschinenraum zu bahnen.

 

Es wurden zwei Yanmar-Turbo-Diesel a 75 PS eingebaut, der Maschinenraum völlig überholt und ein mobiler Stromgenerator mit 5 KW auf Kaltauspuff umgerüstet und eingebaut. Die Tests waren alle erfolgreich.

 

Warum Yanmar bei einem neuen Motor so dünne Kabel für die 80-Ampere Lichtmaschine verbaut, ist mir ein Rätsel.

 

Deshalb wurde noch die Elektrik der Batterien, Anlasser und Lichtmaschinen neu gestaltet. Durch einen Sterling Alternator-to-Batterie-Charger AB210 stören sich beide Lichtmaschinen nicht und beide bringen volle Leistung. Auch werden Lichtmaschinentemperatur, Ladeströme, Battieren, etc. überwacht..

 

Da die Auspuffrohr der neuen Motoren größer ist, mußten zusätzlich vom Maschinenraum bis zur Achterpik neue Rohre verlegt werden.

 

Parallel wurde die über Jahre angesammelte Liste mit Verbesserungen, Wünschen und Ideen abgearbeitet. So die Umstellung der Kühlung der Gefrierbox auf Süßwasser, der Watermaker, Batteriemanagement, etc.

 

Unserer AIS - Transponder wurde z.B. mit Hilfe eines Splitters an die Antenne in der Mastspitze angeschlossen. Das Ergebnis war umwerfend. Ich konnte plötzlich Schiffe in 200km Entfernung auf dem Schirm sehen. Als nächstes habe ich das AIS mit dem Internet gekoppelt, so dass man manchmal die aktuelle Schiffsposition live von zu Hause mitverfolgen kann.

 

Mittlerweile sind die Arbeiten (fast) abgeschlossen und Upps steht wieder im Long Term Storage in Bundaberg, da ich nach so langer Zeit auf einem einsamen Parkplatz wieder nach Deutschland zurück wollte.

 

Bundaberg ist ein geeigneter Platz für ein solches Projekt, wenn man damit umgehen kann, abends ab 17 Uhr völlig allein zu sein. Die Marina hat abends nichts zu bieten und die Stadt  ist 25km entfernt. Öffentliche Verkehrsmittel fahren abends nicht - man hat also viel Zeit, den nächsten Tag zu planen ;-)