Leider bekam ich nur Anfang Oktober einen günstigen Flug nach Brisbane, so daß ich meinen Geburtstag nicht mehr in Deutschland feiern konnte. Dafür sollte Upps am 8. Oktober ins Wasser. Nach fast 2 Jahren ist dies ja auch ein schönes Geschenk.
Als ich allerdings am Freitag, den 7. Oktober nachmittags in der Bundaberg Port Marina ankam, meinte Tony ( Leiter des Hardstands ) er könne sofort liften, da würde ich doch die Hotelkosten sparen. Na dann mal los; keine zwei Stunden später war Upps im Wasser.
Ich war todmüde, wollte nur noch das Hotel absagen, als ich im Pub des Hotels alle Marina-Arbeiter vorfand. Na ja - von Schlafen war keine Rede mehr, es würde wüst gefeiert und ich mußte natürlich Deutschland angemessen vertreten ;-) . Dabei stellte sich auch heraus, dass Tony den Samstag frei machen wollte, deshalb mußte so schnell geliftet werden.
Ich blieb noch eine Woche in der Marina, um zu verproviantieren, alles zu überprüfen und das Schiff zu reinigen. Seit meinem letzten Besuch hatte sich eine dicke Staubschicht innen und außen breitgemacht. Auch mußten die Segel montiert werden, danke an Holger von der Gammeldansker. Dann ging es endlich los.
Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich dann alleine abgelegt und alleine losgesegelt. Dies war schon ein ungewohntes Gefühl, aber wenn man die Dinge gut vorbereitet, geht es besser als ich dachte.
Sicherheitshalber bin ich nur mit Reff-2 und Fock und in Tagesetappen gesegelt. Über Bustard Bay, North West Island, Port Clinton, South Perty Island, Refuge Bay erreiche ich am 22. Oktober den wohl berühmtesten Strand der Whitsundays, Whitehaven Beach.
Dies ist ein 7 km langer schneewießer Strand, der gerne besucht wird. Einigen dauert wohl der Weg mit dem Schiff zu lange, deshalb kommen - neben den Ausflugsbooten - ständig kleine Wasserflugzeuge und Helikopter an.
Die Landschaft ist besonders bei Sonnenschein beeindruckend, durch die geringen Wassertiefen ist das Meer hellblau.
Über einen Telefon-Stopp bei Hamilton Island ( dort gibt es Handy-Empfang ) segele ich zur Manta Rey Bay. Wieder viele Ausflugsschiffe mit noch mehr Backpackern, die alle Schnorcheln. Da dies einer der besten Tauchplätz sein soll, warte ich gespannt bis die Scharen sich verzogen haben und springe erwartungsvoll ins Wasser.
Durch das Verbot zu Fischen sind viele zutraulische Fische zu sehen, aber die Sicht ist eine einzige Kastastrophe. Man sieht kaum die Hand vor den Augen und die Korallen sind tod. Da ich die Strecke neben den Naturschönheiten vor allem wegen der Unterwasserwelt zurückgelegt habe, ich meine Enttäuschung schon gross.
Also nach Airle Beach, einer Hochburg für Backpacker. Dort gibt es nur im Yachclub eine schwimmmende Pier, was ich aber nicht wußte ist, dass diese bei Niedrigwasser um Mud steckt. Also mußte ich die letzten Meter bis zu den Knien im Schlamm steckend das Beiboot an die Pier ziehen.
Nach einer notwendigen Säuberung meiner Beine ging ich in die Stadt. Dort hat man ein kostenloses Freibad für die Backpacker gebaut, da diese aufgrund der Quallengefahr nicht im Meer schwimmen sollen. Mein Fall ist dies nicht - kaufe kurz ein und segele zurück zur Whitehaven Beach, dort ist es viel schöner.
Über Lindeman Island mit einem traumhaften Sonnenuntergng geht es nach Brampton. Dort gibt es im Nationalpark einen herrlichen Wanderweg um die Insel. Neben der Aussicht trifft man sehr viele Tiere, so traf ich auch ein richtig großes Kanguru.
Da so viel positives vom Tauchen im Great Barrier Riff geschrieben wird, wähle ich die Route zurück nach Bundaberg über das Fitzrooy Riff, Lady Musgrave Riff und Lady Eliot Riff. Vielleicht bin ich einfach zu verwöhnt, aber keiner dier Plätze hat mir gefallen, die Sicht ist durchschnittlich und aufgrund der geringen Wassertiefen um die Riffe sind diese wenig beeindruckend.
Fazit: Die Whitsundays sind bei schönem Wetter aufgrund der Landschaft einen Abstecher wert - Tauchen lohnt sich m.E. nicht.













