Zurück in Bundaberg erhalten die neuen Motoren ihre erste Inspektion. Leider muss ich auf die Zusendung des neuen AB210 Reglers warten, da in Australien keiner auf Lager ist und er aus England eingeflogen werden muss.
Ich verlege mich von der Marina in den Fluß direkt in die Innenstadt von Bundaberg, so kann man bequem einkaufen und Dinge erledigen. Unsere Freunde von der Taimada sind ebenfalls da, allerdings sind sie sehr mit der Ausrüstung ihres erstandenen Autos beschäftigt, sie wollen mit ihm zur Fraser Island.
Sobald der Regler eingetroffen und eingebaut ist, verlasse ich Bundaberg, wähle den Kanal zwischen Fraser Island und Festland. Tanja Bernd ( TO Stützpunktleiterin in Brisbane ) ist zugestiegen, wir wollen gemeinsam die Upps nach Brisbane bringen. Lieder sind alle Piles belegt, also anker ich im Fluss vor dem Botanischen Garten, was gar kein Problem ist. Mit dem Dinghi kann man an der Pier, die zur Marina gehört, festmachen und mit wenigen Schritten ist man in der Innenstadt.
Was für ein Trubel - es findet ein wichtiges Cricketspiel statt und die Strassen sind überfüllt. Tanja fährt mich mit ihrem Auto zu Aldi ( vielen Dank ) und mit zwei Einkaufwägen voller Poviant kehren wir zur Upps zurück.
Nach wenigen Tagen verlasse ich Brisbane und möchte nach Southport, um von dort die Überfahrt nach Lord Howe Island zu starten.
Ich hatte mich extra beeilt, um vor den angekündigten starken Südwinden dort zu sein, aber ich war zu spät. So mußte ich mit zwei Motoren dagegen anbolzen, per kreuzen wäre ich viel zu langsam gewesen.
Nach etwa 2/3 der Strecke kann man ( kleinere Boote auch früher - Überlandkabel ) von der offenen See in die Kanäle einfahren. Als ich mich jedoch der Barre mit ihren Sandbänken nähere und ich die Brecher vor der unbetonnten Einfahrt sehe, breche ich ab - dort hineinzufahren wäre Wahnsinn, so gerne ich in das ruhige Wasser der Kanäle gekommen ware. Ich entscheide mich für weitere 10sm gegenan zu bolzen, um die sichere Hafeneinfahrt von Southport zu nutzen.
In Southport ankere ich im Split - einer sehr gut geschützten Bucht. Ich muss noch Wäsche waschen, Diesel tanken und letzte Einkäufe tätigen. In Lord Howe wird es kaum etwas geben, außerdem wird es viel teuerer sein, also packe ich den Kühlschrank so voll es irgend geht.
Am vorletzten Abend treibt ein 6m Motorboot an der Upps vorbei. Schnell bringe ich Frender aus und mit Hilfe des Dinghis fange ich es ein und mache es an der Upps fest. Früher waren wir zu zweit auf einem Schiff, jetzt bin ich alleine mit zwei Schiffen schießt es mir durch den Kopf - verkehrte Welt.
Ich informiere die Costguard und am nächsten Morgen bringe ich das Boot längsseits an der Upps nach Southport, wo ich ohnehin tanken wollte. Die Übergabe an die Polizei wird von einem Kamerateam gefilmt, na so spektakulär was das ja nun auch nicht.
Der angekündigte Wind aus Norden setzt ein und am 9.12. verlasse ich unter Segel Soutport Richtung Lord Howe Island.
Es ist meine erste Einhandfahrt, die mehrere Tage dauern wird, ich bin gespannt, wie dies mit der Schlaferei klappt.
Auf dem AIS tauchen immer wieder Frachter auf, es ist unglaublich, dieses Meer ist so groß und trotzdem habe am ersten Tage zwei mal Kollionskurs. Zwei chinesische Frachter, die natürlich keinerlei Anstalten machen, mir auszuweichen. Mir ist das ständige Hoffen auf Gewährung der Vorfahrt zu blöd, ich ändere den Kurs.
Am Abend schläft der Wind ein, ich drehe bei und lege mich auch schlafen, auf dem AIS und auch sonst ist kein Schiff weit und breit zu sehen.
Am nächsten Tag ist Flaute, ich werfe den Motor an bis Abends der Wind zum Leben erwacht. Segel gesetzt, alles gesichert, gesteuert von Windfahne und dem im Hintergrund laufenden Autopiloten fährt Upps Richtung Lord Howe Island durch die Vollmondnacht.
Da der Wind stetig zunimmt, ersetzt die Fock die Genua und wenig später will ich Reff 2 einlegen. Dabei geriet der gereffte, hintere Teil des Großsegels außerhalb der Lazzy-Bags. Um das zu klarieren, drehte ich bei, dabei habe ich den Bullenstander gefiert, dummerweise zu lang, um die Großschot ganz dicht setzten zu können, um das Segel zu klarieren. Das klarieren hat auch geklappt, wollte dann los, werfe die Maschine an, um das beidrehen zu beenden, dabei gerät die zu lose Bullentalje in die Schraube und blockiert die Maschine.
Dummerweise ist sie nicht an der Schraube gerissen sondern am Baum, so dass ich die 2. Maschine auch nicht nutzen konnte, sie hätte die hinterher gezogene Leine angesaugt und ich hätte gar keine Maschine mehr gehabt. Habe mir dann erst mal einen Plan zurecht gezimmert, konnte ja segeln und war noch 100 Meilen vom Land weg. Ich musste irgendwie diesen Bullenstander so kürzen, das er nicht in die 2. Schrauben kommen kann. Alle Versuch ihn mit dem Boothaken zu erwischen schlugen fehl, er war zu tief im Wasser.
Am Ende habe ich dann beigedreht, mich angebunden, bin ins Wasser und habe die Leine gekappt. Den Propeller konnte ich nicht befreien, der Seegang war zu stark, um an der Welle schneiden zu können. Es war kein Spaß, ich habe aufgegeben.
In die Lagune einfahren und mit einem Motor alleine eine Muring aufnehmen ist bei so viel Wind unmöglich. Ich kann alleine eine Muring nur rückwärts erwischen, mit einer Maschine kann ich aber nicht so genau an die Muring fahren, das die Zeit reicht, bis ich vom Cockpit auf der Plattform bin. Bei so viel Wind ist die Upps schon ganz woanders.
Mein Plan war also, vor der Lagune zu ankern, den Propeller dort zu befreien und dann einzufahren. Morgens kam ich an, Anker hielt, alles bestens, meine ersten Versuche den Propeller zu befreien, scheiterten. Durch den starken Motor war die Talje zu verklemmt, so dass nichts mehr ging. Na ja sie war ja auch bei einer Bruchlast von 2000 kg gerissen, da sieht man, wie stark die neuen Motoren sind.
Da ich sehr müde war, habe ich mich erst mal schlafen gelegt und wurde gegen 11 Uhr wieder wach. Aufgrund des Wetters forderte die Coast Guard mich per Funk auf den Ankerplatz sofort zu verlassen. Ich sagte, dass ich manövrierbehindert sei; ich bräuchte noch 2 Stunden.
Wegen des zu erwartenden schweren Wetters wurde stattdessen ein Boot herausgeschickt, das mich in die Lagune lotste ( was mit einer Maschine einfach ging ). Ein Mann kam an Bord und hat mir geholfen die Mooring aufzunehmen, danach ist er sogar mit einer weiteren Sicherungsleine zur Kette der Mooring getaucht und hat diese dort befestigt. Als Ergebnis lag ich nun doppelt gesichert in der Lagune. Fand ich nur SUPER.
Habe dann den Propeller befreit - was in der geschützten Lagune natürlich viel einfacher war als auf offener See im Seegang. Kaum fertig kam ein anderes Boot der Coast Guard: " Sie hätten mich per Funk nicht erreicht; es kämen 50 kn Wind, ich solle mich vorbereiten". Auch hierfür: Danke für die Warnung - dafür sind die extra herausgefahren.
Der Wind kam auch, aber ich lag doppelt gesichert und habe bei eingeschaltetem Ankeralarm einfach entspannt einen Film geschaut. Nach einer halben Stunde war es vorbei und der Wind hatte wieder seine üblichen 25kn.
Am nächsten Morgen bin ich an Land, habe mich persönlich bedankt und ihnen ein 6 Pack XXXX-Gold geschenkt.













